Der Minijob, bei dem Sie maximal 450 Euro im Monat verdienen dürfen, ist eine klassische Variante des Nebenjobs

Sowohl der Minijob bis zu einem Monatsverdienst von 450 Euro oder die kurzfristige Beschäftigung (Saisonbeschäftigung) gehören zu den so genannten “geringfügigen Beschäftigungen”. Man bezeichnet sie auch als “geringfügig entlohnten Minijob” (der Nebenjob auf 450 Euro Basis) oder als “kurzfristigen Minijob” (hier ist die Saisonbeschäftigung gemeint).

“Geringfügige Beschäftigung” ist eine Form der Teilzeitbeschäftigung

Geringfügige Beschäftigung – was bedeutet das? Zunächst einmal handelt es sich um nichts anderes als ein Teilzeitarbeitsverhältnis. In den Bereich Teilzeitarbeit, das sagt bereits der Name, gehören alle Beschäftigungsverhältnisse, deren Arbeitszeit unterhalb der Regelarbeitszeit einer Branche oder des konkreten Unternehmens liegen – und hierzu zählen auch Nebenjobs und Minijobs.

Also zählt auch die geringfügige Beschäftigung (ob nun als “geringfügig entlohnter Minijob” mit einem Einkommen bis maximal 450 Euro monatlich oder als “kurzfristiger Minijob”) zu den Arbeitsverhältnissen in Teilzeit. Die Formen von Teilzeitarbeit sind ganz unterschiedlich – von ein paar Stunden pro Woche bis hin zur Fast-Vollzeitarbeit.


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Im Normalfall gilt, dass eine Beschäftigung gegen Entgelt versicherungspflichtig ist und Lohnsteuer zu zahlen ist. Im Hinblick auf die sozialversicherungsrechtlichen und die steuerrechtlichen Aspekte nehmen die sogenannten “geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse” jedoch eine Sonderstellung ein.

Der Minijob als Nebenjob: Eine Variante der “geringfügigen Beschäftigung”

Eine sogenannte “geringfügig entlohnte Beschäftigung” – also ein Minijob – liegt dann vor, wenn das Arbeitsentgelt monatlich nicht mehr als 450 Euro beträgt. Dabei sind auch mehrere Minijobs gleichzeitig erlaubt, sofern mit allen Minijobs zusammengerechnet die Verdienstgrenze in Höhe von 450 Euro nicht überschritten wird (und der Minijobber nicht bereits eine sozialversicherungspflichtige Hauptbeschäftigung ausübt – in diesem Fall ist nur ein einziger Minijob, und das unabhängig vom Verdienst, erlaubt) .

Info Hinsichtlich der maximalen Arbeitszeit pro Woche gibt es keine Beschränkungen, denn die Deckelung auf maximal 15 Arbeitsstunden pro Woche ist schon vor geraumer Zeit mit der Neuregelung der geringfügigen Beschäftigung im Jahr 2003 ersatzlos entfallen.

Minijobs werden übrigens nicht nur von Unternehmen angeboten, sondern es gibt auch Minijobs in Privathaushalten.

Minijob und Sozialversicherung

Wenn die monatliche Höchstverdienstgrenze nicht überschritten wird, ist diese Art von Teilzeitbeschäftigung seit der letzten Neuregelung der Minijobs (nur noch) in der Krankenversicherung und in der Arbeitslosenversicherung sozialversicherungsfrei – zumindest der Minijobber muss keine Beiträge abführen.

Sozialversicherungsfreiheit in der Krankenversicherung bedeutet übrigens nicht, dass keine Sozialversicherungsbeiträge abgeführt werden müssen – so paradox das vielleicht klingen mag. Sozialversicherungsfreiheit bedeutet im Hinblick auf die Krankenversicherung, dass die Möglichkeit besteht, dass der Arbeitgeber für gesetzlich krankenversicherte Personen einen pauschalen Krankenversicherungsbeitrag in Höhe von zurzeit 13% auf den Arbeitslohn abführt – der Minijobber bezahlt keinen Beitrag. Beiträge zur Arbeitslosenversicherung entfallen gänzlich.

Minijobs, die nach der Neuregelung 2013 neu abgeschlossen werden (oder deren Verdienst nach der Neuregelung auf 450 Euro erhöht wurde), sind von nun an grundsätzlich rentenversicherungspflichtig. Das heißt, dass der Arbeitgeber (nach wie vor) den pauschalen Rentenversicherungsbeitrag in Höhe von 15% abführt und der Arbeitnehmer den Differenzbetrag bis zum Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung zuzahlt (zurzeit – Stand 2018 – sind das 3,6 %, bei einem Gehalt in Höhe von 450 Euro also 16,20 Euro im Monat). Dadurch erwirbt der Minijobber volle Rentenansprüche – beispielsweise auf Erwerbsminderungsrente, Riester-Förderung und anderes mehr. Wenn der Minijobber das nicht möchte, kann er sich von der Rentenversicherungspflicht ganz einfach befreien lassen, indem er dies dem Arbeitgeber schriftlich mitteilt.

In welchen Fällen es besonders sinnvoll sein könnte, den Rentenversicherungsbeitrag aus eigener Tasche aufzustocken, lesen Sie im Artikel Minijob und Rente: Lohnt es sich, bei einem Minijob in die Rentenversicherung einzuzahlen?

Minijob und Lohnsteuer

Ebenso wie im Hinblick auf die Sozialversicherung werden Minijobs auch steuerrechtlich anders als “reguläre” Arbeitsverhältnisse behandelt.

Für die Besteuerung des Arbeitsentgelts eines Minijobs bestehen zwei alternative Möglichkeiten: Die pauschale Besteuerung des Einkommens oder alternativ die Besteuerung nach Lohnsteuerkarte.

Im Regelfall wird die Pauschalbesteuerung des Einkommens gewählt. Bei der pauschalen Besteuerung wird das Einkommen in Höhe von pauschal 2% versteuert. Der Arbeitgeber führt die Pauschalsteuer an die Minijob-Zentrale ab – theoretisch kann er zwar von seinem Angestellten verlangen, dass dieser die Kosten übernimmt, die wenigsten Arbeitgeber allerdings machen von diesem Recht Gebrauch. Oft gefragt: Hier lesen Sie, wie es sich in diesem Fall mit dem Minijob in der Steuererklärung verhält.

Vorsicht bei Sonderzahlungen im Minijob

So schön Sonderzahlungen zunächst sein mögen: Durch die Sonderzahlung kann es möglich sein, dass Ihr Verdienst im Durchschnitt über 450 Euro monatlich liegt, das Beschäftigungsverhältnis nicht mehr geringfügig ist. Damit würde die vorteilhafte sozialversicherungsrechtliche und steuerrechtliche Behandlung Ihres Nebenjobs wegfallen.

Denn Sonderzahlungen im Nebenjob, wie zum Beispiel ein vertraglich zugesichertes Weihnachtsgeld oder Urlaubsgeld, sind bei der Ermittlung des Arbeitsentgelts zu berücksichtigen, denn beispielsweise eine solche Zahlung ist “mit hinreichender Sicherheit mindestens einmal jährlich” zu erwarten (lt. BSG).

Ein Beispiel zur Einkommens-Berechnung bei Sonderzahlungen im MInijob

Wenn Sie monatlich 450 Euro verdienen und im Dezember zusätzlich zum Monatsverdienst ein vertraglich zugesichertes Weihnachtsgeld in Höhe von 150 ausgezahlt bekommen, bedeutet dies, dass Sie im laufenden Jahr

450 Euro x 12 Monate = 5.400 Euro + 150 Euro = 5.550 Euro

verdient haben.

Daraus ergibt sich ein durchschnittlicher Monatsverdienst in Höhe von

5.550 Euro: 12 Monate = 462,50 Euro.

Sie liegen also über dem durchschnittlichen monatlichen Verdienst in Höhe von 450 Euro. Dies hat zur Folge, dass die Beschäftigung versicherungspflichtig und für Sie gleichzeitig steuerpflichtig ist, und zwar für die gesamte Dauer. So wie Sonderzahlungen dem Verdienst hinzugerechnet werden, so sind umgekehrt unbezahlte Pausenzeiten oder nur teilweise bezahlter Bereitschaftsdienst von der Arbeitszeit abzuziehen.

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