Nebenjob oder Vollzeitjob:
Gleiches Recht für alle

Gleiches Recht für alle
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Kollegen, egal ob in Vollzeit oder in Teilzeit beschäftigt, sind grundsätzlich gleichberechtigt

Viele Beschäftigte, die in Teilzeit bzw. in einem Nebenjob arbeiten glauben, dass sie als Teilzeitbeschäftigte nicht die gleichen Rechte wie ihre in Vollzeit beschäftigten Kollegen hätten.

Das ist nicht richtig. Denn Teilzeitbeschäftigung – und dazu gehören auch Nebenjobs – ist keine Beschäftigung zweiter Klasse. Teilzeitbeschäftigte sind ihren Kollegen, die in Vollzeit arbeiten, gegenüber gleichgestellt: Der Grundsatz lautet, dass Teilzeitbeschäftigte gegenüber Vollzeitbeschäftigten nicht benachteiligt werden dürfen.

Überstundenregelungen: Werden Überstunden im Nebenjob vergütet?

Wenn Sie in Ihrem Nebenjob länger als vereinbart arbeiten und Überstunden leisten, stehen Ihnen Zuschläge zu. Eine Einschränkung aber gibt es: Dies gilt nur für Mehrleistungen, die auch den Vollzeitbeschäftigten im Betrieb vergütetet werden würden.

Vergütung: Welches Einkommen steht Ihnen zu?

Auch wenn Sie „nur“ einen Nebenjob ausüben: Ihnen steht anteilig die gleiche Vergütung zu wie Ihren Kollegen, die in Vollzeit arbeiten. Sie dürfen weder auf Grund des geringeren Arbeitspensums noch auf Grund der „lediglich“ nebenberuflichen Ausübung Ihrer Tätigkeit schlechter bezahlt werden.

Früher sahen die Arbeitsgerichte dies anders. Es wurde nämlich vorausgesetzt, dass jemand, der einen Nebenjob als Zweitjob neben seinem Hauptberuf ausübt, seine Existenz bereits durch diesen hinreichend abgesichert habe. Entsprechend wurde eine geringere Vergütung der im Nebenjob Beschäftigten von den Gerichten gebilligt. Diese Ansicht ist heute überholt. In der heutigen Rechtsprechung ist die Gleichberechtigung von Teilzeitbeschäftigten auch hinsichtlich der Bezahlung seiner Leistung fest verankert.

Sonderzahlungen: Was ist mit Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld etc.?

Sonderzahlungen wie beispielsweise Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, Jubiläumsgeld oder ähnliches stehen grundsätzlich auch Teilzeitbeschäftigten zu – allerdings nur anteilig. Da es sich bei der Beschäftigung auf 450-Euro-Basis ebenfalls um eine Form der Teilzeitbeschäftigung handelt, gilt diese Regelung selbstverständlich auch für diese Mitarbeiter. Allerdings kann sich das zunächst Erfreuliche ins Gegenteil verkehren – denn Sonderzahlungen können dazu führen, dass Sie über der Einkommensgrenze für Ihren Nebenjob liegen. Mehr zum Thema: Vorsicht Sonderzahlungen.

InfoGenauso wie auf Sonderzahlungen haben Sie ein Recht auf die Zahlung von Zuschlägen für Nachtarbeit und, sofern Ihre Kollegen laut Tarifvertrag oder Arbeitsvertrag Anspruch auf Sonn- und Feiertagszuschläge haben, ebenfalls das Recht auf die Zahlung dieser Zuschläge.

Nebenjob und Urlaub

Natürlich haben Sie als Minijobber Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub - dies ist durch das Bundesurlaubsgesetz geregelt. Da Sie mit einem Nebenjob weniger arbeiten als Ihre Kollegen, haben Sie entsprechend weniger Urlaubstage. Wie sich Ihr Urlaubsanspruch berechnet, können Sie in unserem Artikel Ihr Urlaubsanspruch im Nebenjob nachlesen.

Lohnfortzahlung im Krankheitsfall

Im Krankheitsfall gelten für teilzeitbeschäftigte Arbeitnehmer (also auch für diejenigen mit Minijob oder Midijob) die gleichen Grundsätze wie für vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer – und das ohne jede Umrechnung.

Auch nebenberuflich beschäftigte Arbeitnehmer haben Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, unabhängig davon, ob sie sozialversicherungspflichtig auf Lohnsteuerkarte oder im Rahmen eines sozialversicherungsfreien geringfügigen Beschäftigungsverhältnisses tätig sind. Genau wie Vollzeitbeschäftigte läuft der Anspruch auf Entgeltfortzahlung bis zu maximal sechs Wochen. Im Anschluss daran allerding erfolgt für geringfügig Beschäftigte keine weitere Zahlung in Form von Krankengeld durch die Krankenkasse.

Regelungen zur Kündigung

Auch bei der Kündigung gilt der Gleichbehandlungsgrundsatz für Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigte. Für Sie im Nebenjob gelten die gleichen Kündigungsregelungen wie für Vollzeitbeschäftigte. Sie genießen genau den gleichen Kündigungsschutz wie ihre vollzeitbeschäftigten Kollegen.

Allerdings ist zu beachten, dass, sofern die Beschäftigung von vornherein befristet (zum Beispiel in Form einer kurzfristigen geringfügigen Beschäftigung bzw. Saisonbeschäftigung) war, entsprechend nicht gekündigt werden muss. Dieser Vertrag endet automatisch mit der Befristung.

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