Neuer Nebenjob? Sieben Dinge, die Sie unbedingt wissen sollten

Neuer Nebenjob? Sieben Dinge, die Sie unbedingt wissen sollten
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Mancher Ärger im Nebenjob ist vorprogrammiert, dabei lässt er sich leicht vermeiden.

"Endlich mehr Geld verdienen" - darüber freut sich jeder, der einen Nebenjob gefunden hat. Bei aller Freude über den neuen Job kann es jedoch auch passieren, dass die ein oder andere Frage auf der Strecke bleibt, die man besser früher als später mit seinem neuen Arbeitgeber abgeklärt haben sollte – anderenfalls könnte sich statt anfänglicher Freude schnell der große Frust breitmachen.

Um dies zu vermeiden, können und sollten Sie bestimmte Aspekte schon im Vorfeld hinterfragen und gegebenenfalls bei Ihrem künftigen Chef ansprechen. In diesem Beitrag haben wir sieben wichtige Fragen zusammengestellt, die Sie im Hinblick auf Ihren auf Ihren neuen Nebenjob abklären sollten.

Machen Sie sich also Gedanken, nehmen Sie sich ein Herz und sorgen Sie für klare Verhältnisse, denn nur so können Sie eventuellen Missverständnissen vorbeugen und entspannt mehr Geld verdienen.

Bevor es richtig losgeht: Sollen Sie auf Probe arbeiten?

Manchmal handelt es sich beim ersten Arbeitseinsatz nicht wirklich um den ersten Arbeitstag – nämlich genau dann, wenn vom neuen Mitarbeiter erwartet wird, dass er einen Probearbeitstag im Unternehmen ableistet. Probearbeiten ist übrigens nicht das Gleiche wie die (meist sechsmonatige) Probezeit.

Auch bei Nebenjobs setzt es sich immer mehr durch, dass ein Probetag vereinbart wird. Ein solches Arrangement ist also nicht ungewöhnlich und schon gar nichts Negatives - unterm Strich hilft es beiden Seiten dabei, abzuchecken, ob das Arbeitsgebiet und die "Chemie" passen.

Tipp Damit Sie wissen, was Sie am ersten Tag erwartet: Klären Sie im Vorfeld ab, ob Sie gleich effektiv loslegen oder ob Sie zunächst unverbindlich auf Probe arbeiten werden.

Werden Sie auch am Wochenende arbeiten?

Es gibt viele Nebenjobber, die nach einer Möglichkeit suchen, wie sie insbesondere am Wochenende, also an Samstagen oder sogar Sonntagen, Geld verdienen können. Wochenendarbeit allerdings nicht von jedem gewollt bzw. für jeden möglich. Ist das auch bei Ihnen der Fall? Wenn Sie nicht oder nur eingeschränkt am Wochenende einsatzbereit sind, sollten Sie dies gleich von Beginn an kommunizieren.

Hoffen Sie lieber nicht darauf, dass der Fall, am Wochenende aushelfen zu müssen, hoffentlich nicht eintreten wird. Wenn beispielsweise im Vorstellungsgespräch die Äußerung fällt, dass es "hin- und wieder" vorkommen kann, dass Sie an Samstagen für Ihre Kollegen einspringen müssen, sollten Sie nicht weghören, sondern klarstellen, inwieweit Wochenendarbeit für Sie in Frage kommt.

Gibt es Zeiten oder Tätigkeiten in Ihrem Nebenjob, für die Sie nicht bezahlt werden?

Die Erfahrung haben beispielsweise bereits viele Menschen gemacht, die Ihren Nebenjob im Einzelhandel ausüben: Wenn offiziell Schluss ist, ist die Arbeit manchmal eben doch noch nicht beendet. Denn im Einzelhandel endet die Arbeitszeit für die Mitarbeiter meistens gleichzeitig mit dem Ladenschluss. Da manchmal jedoch die letzten Kunden zu diesem Zeitpunkt noch an der Kasse stehen, kann die Kasse erst nach dem Ende der offiziellen Arbeitszeit abgerechnet werden.

Sofern ein solches Nacharbeiten in angemessenem Verhältnis zur Arbeitszeit steht und gleichzeitig (das ist zwingend notwendig) eine entsprechende Regelung im Arbeitsvertrag getroffen wurde, muss Ihr Chef diese Zeit nicht vergüten. Wenn in Ihrem Arbeitsvertrag eine solche Klausel fehlt, brauchen Sie keine unbezahlten Nacharbeiten zu übernehmen.

Fazit Gehen Sie nicht unbedingt davon aus, dass Sie für jede Minute Ihrer Anwesenheit im Betrieb tatsächlich bezahlt werden. Klären Sie bereits im Einstellungsgespräch, ob mit dem Geschäftsschluss Ihr Arbeitseinsatz endet bzw. ob und inwieweit es Arbeiten gibt, die zwar erledigt werden müssen, aber nicht vergütet werden.

Heißt 450-Euro-Minijob, dass Ihr Verdienst 450 Euro im Monat beträgt?

Wir haben beispielsweise in Foren und Chats schon mehr als einmal gelesen, dass, wenn die berechtigte Frage gestellt wird "Ich werde demnächst einen Minijob bei XYZ starten und soll dort 6 Stunden in der Woche arbeiten; weiß jemand, wie hoch der Stundenverdienst beim Unternehmen XYZ liegt?" auf diese Frage geantwortet wird: "Ist doch völlig klar – teil doch einfach mal 450 Euro durch die Zahl deiner Arbeitsstunden". Wer eine solche Antwort gibt, könnte falscher nicht liegen, denn die Grundannahme 450-Euro-Minijob = 450 Euro Verdienst ist absolut unzutreffend.

Das liegt daran, dass die Bezeichnung "450-Euro-Minijob" bei manchen Nebenjobbern (und Antwortgebern) zu der (falschen) Annahme führt, dass in jedem Monat feststehend 450 Euro als Gehalt gezahlt werden. In einem Nebenjob auf 450-Euro-Basis (das Wort "Basis" drückt es bereits aus) kann, aber es muss nicht zwingend ein monatliches Festgehalt als Verdienst ausgemacht sein – und schon gar nicht errreicht der Monatsverdienst immer das Maximum von 450 Euro. Es gibt auch etliche Minijob-Verhältnisse, bei denen das Gehalt am Ende des Monats "nur" bei 100, 200 oder 300 Euro liegt. Der Verdienst ist nicht fix, sondern er hängt von den geleisteten Arbeitsstunden und dem Stundenverdienst ab.

Tipp Klären Sie gleich zu Beginn ab, wie viele Stunden Sie voraussichtlich zu welchem Verdienst beschäftigt sein werden.

Welche Aufgaben sollen Sie konkret in Ihrem Nebenjob übernehmen?

Für den Chef noch etwas aus der Reinigung holen, Kaffee kochen, die Schaufenster putzen oder mal eben kurz in der Küche oder am Wareneingang aushelfen – es gibt viele Einsatzgebiete, zu denen gerade Aushilfen gerne einmal "zweckentfremdet" werden. Alternative bzw. wechselnde Aufgaben können ja auch Schwung in den Job bringen und für viele Aushilfen stellen verschiedenartige Arbeitsaufträge auch gar nicht unbedingt ein Problem dar – nur sollte man sich auch mit diesen Arbeiten arrangieren können, sich nicht ausgenutzt oder völlig überfordert fühlen.

Auch dieser eventuell drohenden Meinungsunterschiedlichkeit können Sie vorgreifen: Am besten klären Sie von Beginn an ab, welche Aufgaben zu Ihrem Arbeitsbereich gehören bzw. auf welche Tätigkeiten Sie sich einstellen sollten. Fragen Sie nach, was auf Sie zukommt, wenn Sie an Ihrem ersten Arbeitstag das Geschäft bzw. das Büro betreten. Bestenfalls lassen Sie sich konkrete Beispiele dafür geben, was in Ihren Zuständigkeitsbereich bzw. in Ihre Verantwortung fallen wird.

Heißt "Aushilfe", dass Sie auf Abruf bereitstehen müssen?

Nein, keinesfalls heißt es das. Natürlich gibt es Situationen, in denen insbesondere die Aushilfen im Unternehmen gefragt werden, ob sie kurzfristig für einen erkrankten Kollegen einspringen könnten. Wer in solch einem Fall "in die Bresche springt", sollte dies aus einem einzigen Grund machen – nämlich, weil er dazu bereit ist und nicht, weil er sich dazu gedrängt fühlt.

Denn bei den meisten Nebenjobs sind die Arbeitszeiten mehr oder weniger fest vereinbart – und das wird in der Regel gleich zu Beginn des Arbeitsverhältnisses abgesteckt. Die Arbeitspläne werden meist wöchentlich oder monatlich neu erstellt – und das in Absprache mit dem Chef und den anderen Angestellten.

Es gibt allerdings auch Arbeitsverträge, bei denen die Arbeitszeit sehr flexibel auf Abruf vereinbart wird. In diesen Fällen kann es durchaus passieren, dass Sie darum gebeten werden, kurzfristig einzuspringen. Doch selbst für solche Arbeitsverträge, die auf Abrufarbeit basieren, gibt es feste Regelungen. So muss zum Beispiel hinsichtlich der wöchentlichen und der täglichen Arbeitszeit eine Mindestdauer festgeschrieben sein (falls dies nicht vereinbart wurde, wird unterstellt, dass die wöchentliche Arbeitszeit bei mindestens zehn Stunden liegt und pro Tageseinsatz mindestens drei Stunden gearbeitet werden).

Und trotzdem bedeutet Arbeit "Auf Abruf" nicht "Von hier auf jetzt": Der Arbeitgeber muss den Auf-Abruf-Arbeitseinsatz mindestens vier Tage zuvor ankündigen.

Tipp Wenn Sie es nicht möchten, achten Sie darauf, dass Sie nicht auf Abruf tätig sein müssen.

Urlaub, Krankheit, Zuschläge: Weiß Ihr Arbeitgeber, dass Sie die gleichen Ansprüche wie Ihre Kollegen in Vollzeit haben?

Glücklicherweise ist es für viele Arbeitgeber mittlerweile selbstverständlich, dass auch ihren Minijobbern bezahlter Urlaub zusteht oder dass im Krankheitsfall auch den nebenberuflich Angestellten das Gehalt weitergezahlt wird. Aber auch andere Vergünstigungen, die Vollzeit-Kollegen erhalten, stehen den Nebenjobbern zu. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich beispielsweise um Mitarbeiterrabatte, Fahrkostenzuschüsse oder Sonderzahlungen handelt – es gilt immer die Devise "Gleiches Recht für alle".

Tipp Fragen Sie frühzeitig nach, ob Ihr Arbeitgeber Ihnen die gleichen Rechte einräumt wie den Kollegen in Vollzeit – darauf haben Sie ein Anrecht.

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