Nebenjob 2015: Alle Änderungen, die 2015 für Nebenjobber wichtig sind

Nebenjob 2015: Alle Änderungen
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Diese neuen Gesetze und Bestimmungen müssen Nebenjobber kennen: Mindestlohn, Zeitänderungen und mehr

Wie in jedem Jahr, gibt es zum Jahreswechsel viele gesetzliche Änderungen und auch bei den Regelungen rund um den Nebenjob tut sich im Jahr 2015 etwas.

Wir haben für Sie einen Überblick über die wichtigsten Neuerungen, die Nebenjobs und Minijobs betreffen, zusammengestellt.

Für fast alle Nebenjobs muss ab 2015 der Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde bezahlt werden

Es gibt glücklicherweise kaum Ausnahmen vom gesetzlichen Mindestlohn und so haben die meisten Nebenjobber Anspruch darauf, dass ihr Gehalt ab dem 1.1.2015 mindestens 8,50 Euro pro Stunde beträgt. Entsprechend müssen diejenigen Arbeitgeber, die bisher noch weniger bezahlt haben, die Gehälter ihrer Mitarbeiter anheben (das betrifft übrigens auch alle Privathaushalte, die Minijobber beschäftigen).

TippWenn Ihr Arbeitgeber Ihr Gehalt zwar auf das Mindestlohn-Niveau anhebt, Ihnen im Gegenzug aber vertraglich vereinbarte Leistungen wie Sonn- oder Feiertagszuschläge, Dienstwagen oder ähnliches verwehren möchte, müssen Sie dies nicht hinnehmen. Es ist nicht zulässig, Leistungstreichungen als Ausgleich zur Zahlung des Mindestlohnes heranzuziehen.

Doch was grundsätzlich gut klingt, kann sich auch negativ auswirken. Wenn Sie bisher weniger als 8,50 Euro pro Stunde verdient haben und dennoch die Verdienstgrenze von 450 Euro monatlich bereits ausgeschöpft haben (oder nahe daran sind), sollten Sie beachten, dass mit der Erhöhung Ihres Stundenverdienstes auch Ihr monatlicher Gesamtverdienst steigt. Wenn dieser regelmäßig (und unter Hinzurechnung von Sonderzahlungen wie Urlaubsgeld oder Weihnachtsgeld) über 450 Euro liegt, wird Ihr bisher sozialversicherungsfreier und pauschal versteuerter Minijob ab dem Jahr 2015 zum sozialversicherungspflichtigen und auf Lohnsteuerkarte zu versteuernden Midijob. Um dies zu vermeiden, können Sie darüber nachdenken, mit Ihrem Arbeitgeber ab 2015 eine Verkürzung Ihrer Arbeitszeit zu vereinbaren.

Zeitgrenzen für kurzfristige Minijobs werden erhöht

Für eine Übergangszeit werden vorübergehend die Zeitgrenzen für kurzfristige Minijobs erhöht, denn am 1.1.2015 (bis zum 31.12.2018) startet die Übergangszeit für kurzfristige Beschäftigungen. Für vier Jahre werden die Zeitgrenzen erhöht: Ab 2015 dürfen drei Monate (statt zuvor zwei Monate) bzw. 70 Arbeitstage (statt zuvor 50 Arbeitstage) pro Kalenderjahr gearbeitet werden.

Der Grund für die zeitlich begrenzte Erhöhung der Zeitgrenzen ab 2015 liegt in der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns: Hierdurch soll Problemen, die durch die Einführung des Mindestlohns insbesondere bei der Saisonarbeit entstehen könnten, entgegengewirkt werden.

Übergangsregelungen für Midijobs laufen aus

Sicherlich erinnern Sie sich: Zum 1.1. 2013 wurde der maximale Verdienst für Minijobs von 400 Euro auf 450 Euro monatlich angehoben. Parallel dazu wurde der Maximalverdienst für Midijobs („Gleitzonenjobs“) auf 450,01 bis 850 Euro angehoben. Diejenigen Gleitzonenjobs, deren Verdienst vor der Umstellung zwischen 400,01 Euro und 450 Euro lag, wurden durch die Anhebung der Verdienstgrenze nicht automatisch in Minijobs umgewandelt, sondern blieben sozialversicherungspflichtige Gleitzonenjobs.

Diese Übergangsregelung fällt zum 1. Januar 2015 weg. Damit werden „alte“ Midijobs, deren Verdienst 2015 unter 450 Euro monatlich liegt, automatisch zu sozialversicherungsfreien Minijobs.

Sozialversicherungsfrei – das klingt zunächst einmal positiv. Dennoch sollten Sie aufpassen, wenn Sie bereits einen Minijob auf 450 Euro Basis ausüben. Denn die beiden Nebenjobs auf 450-Euro-Basis müssen nun zusammengerechnet werden und sofern mit beiden Jobs zusammen mehr als 450 Euro verdient wird, werden beide Jobs sozialversicherungspflichtig.

TippSie können Ihren Midijob auch weiterhin als Gleitzonen-Job abrechnen lassen, indem Sie Ihrem Arbeitgeber bis zum 31.12.2014 verbindlich erklären, dass Ihr Beschäftigungsverhältnis auch in Zukunft entsprechend den Regelungen der Gleitzone abgerechnet werden soll. Oder alternativ können Sie gemeinsam mit Ihrem Arbeitgeber veranlassen, dass Sie ab 2015 mehr als 450 Euro monatlich verdienen.

Der Rentenversicherungsbeitrag sinkt 2015 um 0,2 Prozentpunkte

Von dieser Beitragssenkung profitieren alle Minijobber, die sich nicht von der Rentenversicherungspflicht haben befreien lassen. Allerdings hält sich der finanzielle Vorteil hierbei in engen Grenzen, da der Arbeitnehmer-Beitrag zur Rentenversicherung bei Minijobs ohnehin schon relativ überschaubar war. Denn die Arbeitnehmer tragen lediglich die Differenz zwischen dem pauschalen Arbeitgeber-Beitrag (in Höhe 15%) und dem gesetzlichen Rentenversicherungsbeitrag. Dieser Beitrag sinkt 2015 von 18,9% auf 18,7%; der Minijobber zahlt also ab Januar 2015 nur noch 3,7 % (statt zuvor 3,9 %).

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