Minijob 2017: Alle Gesetzesänderungen, die Sie als Nebenjobber kennen sollten

Minijob-Änderungen 2017
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Mindestlohn, steuerlicher Grundfreibetrag und die Einkommensgrenze für die Familienversicherung steigen: Diese Änderungen für 2017 gehen alle an, die einen Nebenjob haben

Nur noch wenige Tage, dann starten wir ins neue Jahr 2017. Damit ändert sich nicht nur die Jahreszahl, sondern auch einige gesetzliche Regelungen. Naturgemäß betreffen nicht alle Gesetzesänderungen zum Jahreswechsel das Thema Minijob - aus diesem Grund befassen wir uns in diesem Artikel ausschließlich mit den Regelungen, die für alle Nebenjobber zum Jahreswechsel 2017 wichtig sind.

Gute Nachrichten gibt es für alle Minijobber, die zurzeit noch weniger als 8,84 Euro in der Stunde verdienen, denn für sie bedeutet der ab 2017 erhöhte Mindestlohn, dass sie mehr Geld verdienen. Außerdem steigt der steuerliche Grundfreibetrag – zum Beispiel ist das für viele Studenten, die außer einem Nebenjob kein steuerbares Einkommen haben, eine positive Veränderung und – last but not least – wurde die Einkommensgrenze für die Familienversicherung angehoben. Die Anhebung bedeutet, dass in der Krankenversicherung mitversicherte Familienangehörige nebenberuflich mehr Geld verdienen können, ohne dass sie aus der Familienversicherung herausfallen.

Nachfolgend die drei Regelungen, die Minijobs und Nebenjobs betreffen, noch einmal kurz zusammengefasst:

Der Mindestlohn 2017 wird auf 8,84 Euro angehoben

In Deutschland wird der Mindestlohn nach seiner Einführung im Januar 2015 erstmals angehoben. In den Genuss des höheren Stundenverdienstes kommen auch Arbeitnehmer mit einem Minijob, es sei denn, Sie gehören den wenigen Ausnahmebranchen wie der Fleischwirtschaft, der Land- und der Forstwirtschaft, dem Gartenbau oder der Textil- und Bekleidungsindustrie in den neuen Bundesländern an – in diesen Branchen bleibt es noch bis zum 1. Januar 2018 beim Mindestlohn von 8,50 Euro in der Stunde.

Alle anderen Arbeitnehmer und Minijobber bekommen ab dem 1. Januar 2017 den gesetzlichen Mindestlohn von nun 8,84 Euro pro Stunde – das entspricht einer Steigerung von 34 Cent in der Stunde.

Wichtig Von der Mindestlohn-Regelung ausgenommen bleiben weiterhin Jugendliche unter 18 und einige andere Berufsgruppen wie beispielsweise ehrenamtlich Tätige, Praktikanten, die ein Pflichtpraktikum absolvieren oder Langzeitarbeitslose

Wenn Sie in einem Minijob auf 450-Euro-Basis arbeiten und nun Anspruch auf ein höheres Gehalt haben, weil Ihr Einkommen bislang noch unter 8,84 Euro in der Stunde lag, müssen Sie darauf achten, dass Sie durch die Gehaltserhöhung den Maximalverdienst von 450 Euro im Monat nicht überschreiten. Wenn Sie bereits an der Verdienstobergrenze angekommen sind, sollten Sie darüber nachdenken, Ihre Arbeitszeit zu verkürzen, um die Verdienstgrenze nicht zu sprengen.

Weitere detaillierte Infos zum Thema Minijob und Mindestlohn lesen Sie in unseren Ratgebern Minijob 2017: Mehr Geld verdienen durch die Mindestlohn-Erhöhung und Mindestlohn und Nebenjob

Der steuerliche Grundfreibetrag steigt um 168 Euro auf 8.820 Euro

Diese Anpassung für das Jahr 2017 ist unter anderem für Studenten, deren Nebenjob über die Lohnsteuerkarte abgerechnet wird, von Belang: Wessen Jahreseinkommen nicht höher liegt als 8.820 Euro, der muss keine Steuern auf sein Einkommen zahlen. Wer im Jahr 2017 weniger verdient, bekommt auf das Einkommen gezahlte Lohnsteuer mit der Lohnsteuererklärung zurück.

Bislang lag der steuerliche Grundfreibetrag (häufig auch als Existenzminimum bezeichnet) für Ledige bei 8.652 Euro, das bedeutet also eine Anhebung um 168 Euro. Für Verheiratete liegt der Grundfreibetrag doppelt so hoch, nämlich bei 17.640 Euro.

Mehr zum Thema, wie der Nebenjob steuerfrei bleibt, lesen Sie im Artikel So bleibt Ihr Nebenverdienst steuerfrei

Für die Familienversicherung bei der gesetzlichen Krankenversicherung gilt ab 2017 eine höhere Einkommensgrenze

Sofern bisher der nebenberufliche Hinzuverdienst nicht im Rahmen eines geringfügigen 450-Euro-Minijobs erzielt wurde, durften bisher maximal 415 Euro im Monat hinzuverdient werden, ohne dass der Nebenjobber durch den Nebenverdienst aus der kostenlosen Mitversicherung über die Familienversicherung herausfiel. Ab 2017 wird diese nebenberufliche Einkommensgrenze um monatlich 10 Euro erhöht; nun können Familienangehörige bis zu 425 Euro hinzuverdienen und gleichzeitig weiterhin von der Familienversicherung profitieren.

Tipp Für 450-Euro-Minijobber ist diese Einkommensgrenze nicht von Belang – hier sind bis 450 Euro Monatseinkommen möglich

Mehr zum Thema Krankenversicherung und Minijob erfahren Sie im Ratgeber Minijob und Krankenversicherung: Das sollten Sie wissen

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Ja, natürlich dürfen Sie mehrere Minijobs haben. Sie sollten aber im Vorfeld darauf achten, dass Sie dabei auch tatsächlich das Geld verdienen, das Sie eingeplant haben.

Eine Überschreitung der Verdienstgrenze KANN, aber MUSS NICHT unbedingt Konsequenzen haben - hier einige praktische Beispiele.


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