Alles Knigge oder was? Mit diesen Tipps machen Sie auch im Nebenjob alles richtig

Alles Knigge oder was? Diese Knigge-Tipps sollten Sie auch im Nebenjob kennen
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Mit diesen fünf Regeln werden Sie sich ganz sicher sicherer fühlen

Der Begriff „Knigge“ steht wohl für jedermann als Synonym für Benimmregeln. Bereits Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte Adolph Freiherr von Knigge mit seinem Werk „Über den Umgang mit Menschen“ einen Leitfaden für Benimmregeln. Er wollte mit seinem Ratgeber Bürgerlichen dabei helfen, den für sie ungewohnten Umgang mit Adeligen zu erleichtern. Obwohl der Ursprung der Benimmregeln bereits einige Zeit zurückliegt, hat Knigges damalige Erkenntnis nichts an Aktualität verloren: Damals wie heute lassen sich neuartige Situationen viel souveräner von denjenigen meistern, die mit den wichtigsten Benimmregeln vertraut sind.

„Knigge“ - das mag für den ein oder anderen vielleicht altmodisch oder im Bezug auf Nebentätigkeiten vielleicht auch übertrieben klingen, aber das Beherrschen von guten Umgangsformen ist alles andere als Schnee von gestern und auch für den Nebenjobber von Bedeutung.

Auch im Nebenjob ist es hilfreich, die Benimmregeln zu kennen

Wahrscheinlich werden Sie, wenn Sie einen Nebenjob ausüben, nicht unbedingt an wichtigen Geschäftsessen teilnehmen, Geschäftsreisen unternehmen oder Auslandskunden betreuen. Dennoch gibt es Grundregeln für den Umgang mit Kollegen, die von der Aushilfe bis zum Geschäftsführer jeder Mensch im Berufsleben kennen sollte.

Dass Sie die Kinderschule nicht im Schnelldurchlauf hinter sich gebracht haben und alltägliche Höflichkeitsregeln wie beispielsweise, dass Sie pünktlich sein sollten, an geschlossene Türen klopfen, bevor Sie eintreten, sich angemessen kleiden, andere nicht bewusst in peinliche Situationen bringen etc., davon gehen wir hier einfach einmal aus. In diesem Artikel geht es um fünf oft vorkommende Konstellationen, die auch bei Nebenjobbern immer wieder Fragen aufwerfen.

Die Sache mit dem „Du“ oder „Sie“

Ohne Zweifel wird im modernen Berufsleben häufiger geduzt als noch vor einigen Jahren. Unter anderem liegt dies daran, dass die Hierarchien flacher geworden sind. Dennoch bleibt es so eine Sache mit dem "Du" und dem "Sie", denn Duzen von Beginn an wird in den wenigsten Fällen zulässig sein.

Wer darf nun wem das Du anbieten? Wie lässt sich das angebotene Du am elegantesten ablehnen und wie kommt man vom Duzen wieder zurück zum Siezen? Sie sehen, um die Thematik ranken sich viele Fragen. Doch eigentlich sind die Grundregeln relativ einfach:

  • Der Ranghöhere bietet dem Rangniedrigeren das Du an
  • Bei gleichrangigen Kollegen entscheidet die Dauer der Betriebszugehörigkeit darüber, wer das Angebot machen darf
  • Wenn die Kollegen gleichlang beschäftigt sind, sind Alter und Geschlecht maßgeblich dafür, wer das Duzen vorschlagen darf

Tipp Wenn Sie das Du anbieten, gehen Sie so vor, dass Ihr Kollege diplomatisch ablehnen kann. Formulieren Sie Ihr Angebot nicht als Forderung, indem Sie eine Alternative vorgeben wie „…wir können aber auch gern beim „Sie“ bleiben, wenn es Ihnen lieber ist“.

Wenn Ihnen das „Du“ angeboten wurde, Sie Ihre übereilte Einwilligung bereuen und gern zum formellen „Sie“ zurückkehren möchten, könnte das schwierig - wenn nicht sogar ein Ding der Unmöglichkeit. Nur in dem Fall, dass es Ihrem Kollegen vielleicht genauso geht wie Ihnen, könnten Sie daran denken, die Zurücknahme des Duzens vorzuschlagen. Natürlich könnten Sie theoretisch auch behaupten, am Vortag nicht zurechnungsfähig oder volltrunken gewesen zu sein - empfehlenswert ist das aber nicht. Ein verabredetes „Du“ rückgängig zu machen, kann sehr verletzend sein und ist für beide Seiten eine äußerst unangenehme Situation.

Überlegen Sie sich also vorher, ob Sie den Vorschlag Ihres Kollegen akzeptieren möchten. Denn Sie können durchaus ablehnen – das sollten Sie dann aber mit Fingerspitzengefühl machen. Vermeiden Sie, dass sich Ihr Gesprächspartner persönlich angegriffen fühlt und geben Sie ihm zu verstehen, dass Sie sich von seinem Vorschlag geehrt fühlen. Bedanken Sie sich für das Vertrauen und begründen Sie Ihre abschlägige Antwort – beispielsweise indem Sie anführen, dass Sie in dieser Beziehung etwas konservativ eingestellt sind.

2. Begrüßung im Stehen, Handschlag und die richtige Reihenfolge

Ob bei der Bewerbung oder am ersten Arbeitstag: Falls Sie sitzen, wenn Ihr Chef oder Kollege Sie begrüßen möchte, sollten Sie auf jeden Fall aufstehen. Beim (kurzen) Händeschütteln lächeln Sie und halten den Blickkontakt. Hierbei dürfen Sie dosierten (!) Druck ausüben.

Tipp Falls Sie ein Kandidat für feuchte oder kalte Hände sein sollten, trocknen oder wärmen Sie vorm Handshake Ihre Hände.

Falls Sie mehr als eine Person auf einmal begrüßen, gehen Sie nach der Ranghöhe Ihrer Gesprächspartner vor: Zuerst die ranghöchste Person und danach (ebenfalls in Reihenfolge) die übrigen Kollegen – „Ladies First“ hat bei der Begrüßung keine Gültigkeit.

Halten Sie die richtige Distanz und bleiben Sie auf Abstand

Sie sollten, je nach Terrain, auf dem Sie sich bewegen und je nach Ihrem persönlichen Verhältnis zur anderen Person, verschiedene Distanzzonen einhalten. Zu Ihren Kollegen und Kunden halten Sie am besten die so genannte „persönliche Distanz“. Faustregel: Eine Armlänge ist optimal, mehr als ein Meter und weniger als 50 Zentimeter sollten es nicht sein.

Wenn Sie nämlich Ihrem beruflichen Gegenüber zu dicht auf die Pelle rücken, wird dieser sich höchstwahrscheinlich schnell unangenehm berührt fühlen. Die „intime Distanz“, die bis zum Körperkontakt geht, sparen Sie sich lieber für den privaten Bereich auf.

Wenn gelästert wird, ist Zurückhaltung gefragt

Klatsch und Tratsch ist wohl so alt wie die Menschheit und werden wahrscheinlich auch kaum auszurotten sein. Da Klatsch nichts anderes ist als übles, gehässiges Gerede hinter dem Rücken anderer, wird sich letztlich auch niemand auf Dauer wohlfühlen können, der sich am Kollegentratsch beteiligt. Und trotzdem finden Menschen, die lästern wollen, immer wieder etwas oder jemanden, um darüber herzuziehen.

Am besten halten Sie sich aus den Lästereien heraus, indem Sie das Thema wechseln oder Gesagtes betont überhören. Völliges Stillschweigen kann jedoch auch unangebracht sein, insbesondere, wenn sich die lästernden Personen auf einen Kollegen einschießen: In diesem Fall sollten Sie den Mut zeigen, für den Betroffenen einzustehen.

Bei Unstimmigkeiten: Immer mit der Ruhe

Auch wenn Sie sich ärgern - sei es über Ihren Chef, Kollegen oder auch Kunden - sollten Sie unbedingt so gelassen wie möglich bleiben. Niemand (und schon gar nicht Sie) hat etwas davon, wenn Sie andere beschimpfen. Ganz im Gegenteil wird es sich vorteilhaft für Sie auswirken, wenn Sie trotz der Differenzen in der Lage bleiben, Ihrem Gesprächspartner zuzuhören und auf seine Argumente sachlich zu antworten.

Wichtig Wenn Sie Kritik äußern möchten, vermeiden Sie, dass andere während des Gesprächs anwesend sind. Unstimmigkeiten sollten Sie in einem Vier-Augen-Gespräch klären.

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