Ihre Fragen zu: Kündigung ohne Arbeitsvertrag, Urlaub mit Gehalt abgegolten, Schüler + mehrere Nebenjobs, Hauptjob + 2 Minijobs, Arbeiten nach Dienstschluss

Ihre Fragen, unsere Antworten
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Mit diesem Ratgeber-Beitrag geht es in die dritte Runde "Ihre Fragen – unsere Antworten" rund um das Thema Nebenjobs, Minijobs und Geld verdienen: Hier beantworten wir wieder fünf Leserfragen – für alle zum Nachlesen.

Die Anliegen, die diese fünf Leser beschäftigen, sind so oder ähnlich bereits häufiger an uns herangetragen worden:

  • Wer keinen schriftlichen Arbeitsvertrag abgeschlossen hat, könnte vielleicht meinen, er bräuchte keine Regeln bei der Kündigung einhalten – das stimmt leider nicht.
  • Kann der Arbeitgeber, den Anspruch auf bezahlten Urlaub mit dem Gehalt abgelten?
  • Thema Schülerjobs: Dürfen Schüler auch mehr als einen Minijob ausüben?
  • Hauptjob und gleichzeitig zwei Minijobs: Mit welcher Steuerklasse wird der zweite Minijob versteuert?
  • Muss der Arbeitgeber Pausen und Zeiten für Nacharbeiten wie beispielsweise die Abrechnung der Kasse bezahlen?

Muss ich, während ich die Kasse abrechne, ohne Bezahlung arbeiten und habe ich Anspruch auf Bezahlung der Pausen?

Ihre Frage
Ich arbeite auf Minijob-Basis an der Kasse in einem Supermarkt. Meine Einsatzzeiten finden an unterschiedlichen Tagen statt. Die Pausen sowie das Überprüfen (bei Arbeitsbeginn) und das Abrechnen der Kasse bekommen ich nicht bezahlt. Ist das rechtlich in Ordnung?

Unsere Antwort
Auf Ihre Frage, ob Sie Anspruch auf bezahlte Pausen haben, ist die Antwort relativ einfach. Denn nur die wenigsten Arbeitgeber zahlen das Gehalt während der Pausen ihrer Mitarbeiter weiter. Wenn Sie (beispielsweise) länger als sechs Stunden arbeiten, können Sie von Ihrem Arbeitgeber zwar verlangen, dass Sie Pausen machen dürfen, nicht aber, dass Sie diese bezahlt bekommen.

Ein wenig spezieller ist die Frage nach der Bezahlung der Kassenabrechnung. Denn genau betrachtet ist es eigentlich so, dass Sie, wenn Sie die Kasse einzählen bzw. abrechnen, noch für Ihren Arbeitgeber tätig sind, obwohl Ihre offizielle Arbeitszeit (wahrscheinlich mit Ladenschluss) beendet ist. Ein solches Nacharbeiten wird von den meisten Arbeitgebern nicht bezahlt - und das ist auch erlaubt. Der Grund liegt darin, dass in der Regel im Arbeitsvertrag (oder im Tarifvertrag) festgelegt ist, dass diese Arbeiten unbezahlt bleiben. Schauen Sie also einmal in Ihren Arbeitsvertrag, ob dort eine entsprechende Regelung getroffen wurde.

Wichtig Die zusätzlichen Arbeiten müssen in einem angemessenen Verhältnis zur Arbeitszeit stehen, anderenfalls ist eine solche arbeitsvertragliche Regelung zumindest sehr fragwürdig – hierbei müsste der Einzelfall beurteilt werden.

Kann Urlaub mit dem Lohn bzw. dem Gehalt abgegolten werden?

Ihre Frage
Ich werde demnächst einen 450-Euro-Job als kaufmännische Angestellte annehmen und habe gestern meinen Vertrag bekommen. Ich werde am Anfang zunächst an zwei Nachmittagen jeweils 3,5 Stunden arbeiten und die Arbeitszeit dann steigern bis zu einem Gesamtverdienst von 450 Euro im Monat.

Im Vertrag ist eine Vergütung 10 Euro pro Stunde festgeschrieben. Weiterhin heißt es, dass im Stundenlohn der Anspruch auf bezahlten Urlaub enthalten sei. Urlaub bekomme ich also gar nicht – oder wie sieht das aus? Wie kann ich das meinem neuen Chef erklären oder ist er im Recht?

Unsere Antwort
Nein, Ihr Chef ist keinesfalls im Recht, denn die Regelung, die er im Arbeitsvertrag vorsieht, ist nicht zulässig. Der Urlaub dient Erholungszwecken und darf nicht mit Geld (auch nicht mit dem Gehalt) abgegolten werden, dies schreibt das Bundesurlaubsgesetz vor. Natürlich haben Sie Anspruch auf bezahlte Urlaubstage.

Wie viele Tage Ihnen zustehen, hängt im Detail von Ihrer persönlichen Arbeitszeit, dem Urlaubsanspruch Ihrer in Vollzeit beschäftigen Kollegen und Zahl der wöchentlichen Arbeitstage (5- oder 6-Tage-Woche) in Ihrem Betrieb ab. Die Berechnung erfolgt mit Hilfe der so genannten Urlaubs-Umrechnungsformel: Bei Teilzeit - also auch bei einem Nebenjob - wird der Urlaubsanspruch umgerechnet.

Wichtig Grundsätzlich darf nur in dem Fall, wenn Urlaub nicht in Anspruch genommen werden kann, dieser Anspruch finanziell abgegolten werden. In unserem Artikel Arbeitsrecht und Urlaub – wie sieht es damit im Nebenjob aus? haben wir diese Vorgehensweise und viele weitere Infos anhand von 12 Punkten ausführlich zusammengefasst.

Dürfen Schüler mehrere Minijobs ausüben?

Ihre Frage
Ich wollte fragen, ob ich als Schüler auch mehrere Nebenjobs annehmen darf oder ob dann einer dieser Minijobs sozialversicherungspflichtig wird? Vorausgesetzt, dass ich 450 Euro im Monat als Gesamtverdienst nicht überschreite.

Unsere Antwort
Natürlich dürfen auch Schüler mehrere Minijobs gleichzeitig ausüben, solange sie dabei, mit allen Minijobs zusammengerechnet, nicht mehr verdienen als insgesamt 450 Euro im Monat. Das ist zunächst einmal der Grundsatz. Allerdings müssen Schüler dabei nicht nur, wie auch alle anderen Arbeitnehmer, die maximalen Arbeitszeiten entsprechend dem Arbeitszeitgesetz beachten. Für sie gilt zusätzlich auch das Jugendarbeitsschutz-Gesetz, das einige einschränkende Regeln hinsichtlich der Arbeitszeiten mit sich bringt. Beispielsweise dürften Schüler nicht länger als zwei Stunden täglich, nicht vor dem Unterricht und auch nur zwischen acht und 18 Uhr arbeiten – wobei es hier für einige Branchen Ausnahmeregelungen gibt.

Tipp Ausführliche Infos zu dem, was Schüler im Nebenjob dürfen und was nicht, können Sie in unserem Ratgeber-Artikel Regeln, die Schüler mit einem Nebenjob beachten sollten nachlesen.

Hauptjob und zwei Minijobs: Wie wird der zweite Minijob versteuert?

Ihre Frage
Ich habe einen Minijob, mit dem ich monatlich durchschnittlich 420 Euro verdiene. Ich arbeite in meinem Hauptjob auf Steuerklasse 5 und möchte gern einen zweiten Minijob annehmen. Wird dieser zweite Minijob zusammen mit dem Hauptjob auf Steuerklasse 5 versteuert oder wird er grundsätzlich mit Steuerklasse 6 versteuert?

Unsere Antwort
Wer eine sozialversicherungspflichtige Hauptbeschäftigung ausübt (wie bei Ihnen die Beschäftigung, die mit Steuerklasse 5 abgerechnet wird), kann grundsätzlich keinen weiteren sozialversicherungsfreien Minijob ausüben. Dies ist übrigens unabhängig vom Gesamtverdienst, den Sie mit beiden Minijobs zusammen erzielen: Selbst wenn Sie insgesamt innerhalb der Verdienstgrenze von 450 Euro blieben, würden die Einnahmen, die Sie mit dem zeitlich später angenommenen Minijob erzielen, mit Ihrem Hauptjob zusammengerechnet und mit der Steuerklasse 6 (nicht Steuerklasse 5) abgerechnet werden. Für den Fall also, dass Sie mit dem zweiten Minijob "nur" 30 Euro monatlich verdienen, wäre dieser weitere Zusatzverdienst von 30 Euro steuer- und sozialversicherungspflichtig.

Vermutlich zielt Ihre Frage aber vielmehr darauf ab, dass Sie mit dem zweiten Minijob deutlich mehr als 30 Euro verdienen wollen. Und in diesem Fall, nämlich sobald durch den zweiten Minijob die Verdienstgrenze von insgesamt 450 Euro überschritten wird, werden die beiden nebenberuflichen Beschäftigungen steuer- und sozialversicherungspflichtig - es bleibt Ihnen also noch nicht einmal mehr ein sozialversicherungsfreier Minijob.

Tipp Viele weitere Infos zum Thema mehrere Minijobs können Sie in unserem Ratgeber Mehrere Minijobs gleichzeitig – ist das erlaubt? nachlesen. Und auch die Regeln zur Zusammenrechnung mehrerer Nebenjobs haben wir in seinem separaten Beitrag mit Praxisbeispielen veranschaulicht.

Wie gehe ich bei der Kündigung eines Minijobs vor, wenn ich keinen schriftlichen Arbeitsvertrag habe?

Ihre Frage
Bei Beginn meines Arbeitsverhältnisses habe ich keinen Arbeitsvertrag vorgelegt bekommen, somit habe ich nichts unterschrieben. Außer meinen persönlichen Daten, also einem so genannten Personalfragebogen für Aushilfskräfte, gibt es nichts Schriftliches zu meinem Minijob. Wie kann ich in diesem Fall verfahren, wenn ich den Job kündigen möchte?

Unsere Antwort
Auch wenn Sie keinen schriftlichen Vertrag unterschrieben bzw. bekommen haben: Es ist dennoch ein Arbeitsvertrag zwischen Ihnen und Ihrem Chef zustande gekommen. Denn für den Abschluss von Arbeitsverträgen gibt es (zunächst einmal) keine Formvorschriften. Entsprechend müssen Sie sich auch ohne schriftlichen Vertrag an die gesetzlichen, tarifvertraglichen bzw. betrieblichen Regelungen halten, wenn Sie den Nebenjob wieder kündigen möchten.

Zum Beispiel ist zwingend vorgeschrieben, dass eine Kündigung immer schriftlich erfolgen muss – und auch die jeweiligen Kündigungsfristen müssen eingehalten werden. Alle wichtigen Infos, die Sie zur Kündigung Ihres Nebenjobs kennen sollten und wie Sie dabei am besten vorgehen, können Sie ausführlich in unserem Ratgeber-Beitrag Nebenjob kündigen: So machen Sie es richtig nachlesen.

Tipp Mehr Infos zum Thema Arbeitsvertrag und die Schriftform erfahren Sie in unserem Ratgeber Arbeitsvertrag, Arbeitszeiten, Arbeitsort, Haftung und mehr: Ihre Rechte im Nebenjob

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