Ihre Fragen zu: Minijobs + Elternzeit, Jahres­verdienst­grenze, Bezahlung an Feiertagen, Onlinejob + Minjob - diese Antworten sollten Sie kennen

Ihre Fragen, unsere Antworten
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Wie viele Minijobs darf ich während der Elternzeit haben? Gilt die Jahresverdienstgrenze auch bei kürzerer Beschäftigung? Gibt es Gehalt auch an Feiertagen? Wirkt sich ein Onlinejob auf meinen Minijob aus? Bekomme ich bei einem 450-€-Minijob immer 450 € Gehalt?

Wer sich mit den verschiedenen Alternativen für Nebenjobs beschäftigt und die Szene des Geldverdienens verfolgt, dürfte immer wieder neue Möglichkeiten entdecken, wie sich ein paar Euros nebenbei verdienen lassen. Denn das Potential, sich ein zusätzliches Gehalt zu sichern, hat sich in den vergangenen Jahren nicht zuletzt auch durch das immer größere Angebot der verschiedensten Online-Jobs enorm verbessert. So kommt es, dass auch die Fragen, die uns von Ihnen gestellt werden, immer vielfältiger werden und häufig auch die Online-Jobs betreffen.

Grund genug für uns, in diesem Artikel wieder einmal einige der häufigsten Fragestellungen für alle unsere Leser zu beantworten.

Ist beim maximalen Verdienst im Minijob die Jahres­verdienst­grenze maßgebend, auch wenn ich nicht 12 Monate arbeite?

Ihre Frage
Zusätzlich zu meinem sozialversicherungspflichtigen Hauptjob habe ich einen Minijob auf 450 Euro Basis. Gibt es für den Nebenverdienst einen Jahreshöchstsatz? Auf den Punkt gebracht interessiert mich, ob ich, wenn ich nur sechs Monate in meinen Nebenjob arbeite und dabei mehr verdiene als 450 Euro im Monat, diesen Verdienst in den nächsten sechs Monaten ohne Nebenjob wieder ausgleichen kann?

Unsere Antwort
Obwohl grundsätzlich die Aussage gilt, dass auf Minijob-Basis abgerechnet werden kann, wenn der zu erwartende Verdienst pro Jahr 5.400 Euro nicht überschreitet, müssen wir Sie leider enttäuschen. Denn diese Jahresverdienstgrenze findet nur dann Anwendung, wenn der Minijob auch tatsächlich durchgehend über mindestens 12 Monate ausgeübt wurde.

Wenn dagegen von Anfang an feststeht, dass der Minijob nicht über 12 Monate laufen wird, muss die Jahresgrenze anteilig heruntergerechnet werden. In diesem konkreten Fall heißt das, dass der Höchstverdienst für den sechsmonatigen Minijob bei 2.700 Euro liegt.

Muss das Minijob-Gehalt auch an arbeitsfreien Feiertagen bezahlt werden?

Ihre Frage
Ich habe einen Minijob und arbeite an drei festen Tagen in der Woche: montags, dienstags und freitags. Wenn nun einer meiner Arbeitstage auf einen Feiertag fällt, verlangt mein Arbeitgeber, dass ich diesen Feiertag vorarbeite oder nacharbeite. Ist das nicht verboten?

Unsere Antwort
Ihr Arbeitgeber ist verpflichtet dazu, Ihr Gehalt auch für den arbeitsfreien gesetzlichen Feiertag zu bezahlen. Wenn ein Minijobber, so wie Sie, an feststehenden Tagen zur Arbeit verpflichtet ist, haben Sie einen festen Anspruch auf Entgeltfortzahlung – und darum darf Ihr Chef sich nicht dadurch drücken, dass er Sie den freien Tag vorarbeiten oder nacharbeiten lässt.

Tipp Im Ratgeber auf unserer Webseite können Sie in dem Artikel Nebenjob oder Vollzeitjob: Gleiches Recht für alle nachlesen, welche grundsätzlichen Rechte (auch) Sie als Minijobber haben.

Heißt 450-Euro-Minijob, dass ich 450 Euro im Monat verdienen werde?

Ihre Frage
Ich möchte mich gern um einen Minijob bewerben, bin aber nicht sicher, wie viel ich verdienen werde. Bedeutet ein Nebenjob auf 450-Euro-Basis, dass das monatliche Gehalt 450 Euro betragen wird?

Unsere Antwort
Nein, Sie werden mit Ihrem Minijob nicht zwingend 450 Euro im Monat verdienen. Die 450 Euro stellen lediglich die Höchstgrenze des monatlichen Verdienstes dar – deshalb spricht man von 450-Euro-Basis, wie Sie auch selbst schreiben.

Das Gehalt, das Sie erzielen werden, hängt von Ihrem Arbeitseinsatz, also den gearbeiteten Stunden und dem Verdienst pro Stunde ab. Aber natürlich gibt es nicht wenige Minijobs, bei denen diese Obergrenze für die monatliche Gehaltszahlung voll ausgeschöpft wird.

Minijob in Kombination mit einem online Nebenjob von Zuhause

Ihre Frage
Ich habe einen Minijob auf 450 Euro Basis, arbeite hierbei 10 Stunden in der Woche und verdiene damit knapp 400 Euro. Darf ich nebenher noch zusätzlich etwas Geld verdienen, zum Beispiel 100 Euro in Heimarbeit? Falls ja: Muss ich diese zweite Nebentätigkeit irgendwo anmelden, zum Beispiel beim Finanzamt?

Unsere Antwort
Wahrscheinlich werden Sie den zusätzlichen Nebenjob, den Sie von Zuhause aus planen, nicht auf Basis eines Minijobs abrechnen – das lässt sich zumindest aus Ihrer Fragestellung schließen. Insofern wirkt sich die zweite Nebenbeschäftigung auch nicht auf Ihren Minijob aus - hier bleibt alles beim Alten.

Wenn Sie den Nebenjob von Zuhause aus auf selbstständiger Basis (also ohne dass Sie einen Arbeitsvertrag mit einem Arbeitgeber abschließen) ausüben, müssen Sie hierfür ein Gewerbe anmelden und den Verdienst in Ihrer Steuererklärung in der Anlage G (Einkünfte aus Gewerbebetrieb) oder Anlage S (Einkünfte aus Selbstständiger Arbeit) angeben.

Zwei Minijobs während der Elternzeit – geht das?

Ihre Frage
Ich befinde mich derzeit in Elternzeit und hätte die Möglichkeit, während des quasi ruhenden Arbeitsverhältnisses zwei Minijobs anzunehmen. Gilt hier ebenfalls die Regelung: Wer eine Vollzeitbeschäftigung ausübt, also einen versicherungspflichtigen Hauptjob, darf nur einen Minijob ausüben?

Unsere Antwort
Sie haben recht: Bei der Elternzeit handelt es sich quasi um eine unbezahlte Arbeitsfreistellung von Arbeitnehmern. Da Ihr Arbeitsvertrag weiterbesteht, ist es sinnvoll, vor der Annahme eines Minijobs den Arbeitgeber über die geplante Nebentätigkeit zu informieren – es sei denn, Sie üben den Minijob bei Ihrem "Hauptarbeitgeber" aus.

Die gute Nachricht für Sie lautet: Sie dürfen, anders als "aktive" sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, auch mehrere Minijobs ausüben. Sie müssen nur darauf achten, dass Sie mit allen Minijobs zusammen nicht mehr als 450 Euro im Monat verdienen und dass Sie während der Elternzeit nicht mehr als 30 Stunden in der Woche arbeiten dürfen.

Wichtig Jeder Hinzuverdienst, also auch der Nebenverdienst aus 450-Euro-Minijobs, wird auf das Elterngeld angerechnet, es sei denn, Sie sind Bezieher von Elterngeld Plus, weil Ihr nach dem 30. Juni 2015 geboren ist.

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