Nebenjob während der Ausbildung: Besteht Anspruch auf den Mindestlohn?

Ausbildung, Nebenjob, Mindestlohn?
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Der Mindestlohn schließt bestimmte Personengruppen, zu denen auch Auszubildende gehören, aus. Gilt diese Ausnahme auch für das Gehalt im Nebenjob?

Der 2015 eingeführte gesetzliche Mindestlohn, durch dem jeder Arbeitnehmer (seit der ersten Erhöhung zum Janaur 2017) ein Verdienst von 8,84 Euro in der Stunde zusteht, wurde zum Schutz der Arbeitnehmer vor unangemessen niedriger Bezahlung eingeführt. Dieser Mindestlohn gilt übrigens auch für Nebenjobs und Minijobs.

Es gibt allerdings auch Ausnahmen: Einige Personengruppen sind vom Anspruch auf den Mindestlohn ausgeschlossen – hierzu zählen unter anderem auch Auszubildende, die im Rahmen ihrer Ausbildung nicht mit dem Mindestlohn bezahlt werden müssen. Doch welche Regelung gilt eigentlich, wenn ein Azubi neben seiner Ausbildung einen Nebenjob ausübt?

Fragen wie diese werden uns zum Thema Nebenjob, Ausbildung und Mindestlohn häufiger gestellt

Diese Frage, die uns eine unserer Leserinnen vor einigen Wochen stellte, steht beispielhaft für viele ähnliche Anfragen dieser Art:

ZitatDerzeit bin ich auf der Suche nach einem Nebenjob und frage mich, ob ab 2015 auch Nebenjobber den Mindestlohn erhalten werden. Ich habe gelesen, dass es Ausnahmen geben wird, zum Beispiel bei Auszubildenden und bin nun verunsichert. Wissen Sie, ob sich die Ausnahme vom Mindestlohn nur auf die Ausbildung bezieht oder auch für den Nebenjob, dem ich als Auszubildende nachgehen möchte?

Die Ausbildung und der Nebenjob sind im Hinblick auf den Mindestlohn unterschiedlich zu bewerten

Zunächst einmal. Es ist grundsätzlich richtig, was die Fragestellerin gehört hat: Berufsausbildungsverhältnisse sind von der Mindestlohn-Regelung ausgenommen. Die Entlohnung für Azubis wird nach wie vor durch das Berufsbildungsgesetz geregelt und damit gibt es keinen Mindestlohn in der Ausbildung.

Der Nebenjob dagegen stellt ein gesondertes privatrechtliches Arbeitsverhältnis dar – er steht mit der Ausbildung in keinem Zusammenhang. Auszubildende, die über 18 Jahre alt sind, haben in ihrem Nebenjob Anspruch auf den Mindestlohn. Der Arbeitgeber für den Nebenjob darf also den Mindestlohn nicht verweigern mit der Begründung, dass man ja Auszubildender sei und generell kein Anspruch auf den Mindestlohn bestünde.

AusnahmeFalls Sie allerdings im Nebenjob als Zeitungszusteller arbeiten, muss Ihr Chef Ihr Gehalt erst bis zum Jahr 2017 auf das Mindestlohn-Niveau von 8,50 Euro, ab Januar 2018 auf 8,84 Euro angehoben haben. Das Gehalt der Zeitungszusteller wird nämlich nicht sofort, sondern stufenweise angepasst.

Was gilt für Azubis, die unter 18 Jahre alt sind?

Wer Azubi ist und noch nicht volljährig ist, bekommt noch keinen Mindestlohn (weder in dem einen noch im anderen Arbeitsverhältnis). Denn Jugendliche, die noch nicht volljährig sind und noch keine Berufsausbildung haben, haben keinen Anspruch auf die Zahlung von 8,84 Euro pro Stunde. Sobald jedoch die Volljährigkeit erreicht ist, muss das Gehalt im Nebenjob auf mindestens 8,84 Euro angehoben werden. Das muss der Arbeitgeber übrigens automatisch machen und ohne, dass dazu explizit Gehaltsgespräche geführt werden müssen.

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