Ferienjobs und die Rechtslage: 11 Fragen und die Antworten

Ferienjobs und Recht
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Was sollten Ferienjobber wissen: Bekomme ich Mindestlohn? Wie lange darf ich arbeiten? Was ist mit Steuern oder Krankenversicherung und wie sieht es aus, wenn ich krank werde?

„Ich bin dann mal weg“ – diese Maxime gilt nicht für alle. Denn wenn die Ferien beginnen, starten viele Schüler und Studenten nicht sofort in den Sommerspaß, sondern nutzen die Zeit, um mit einem Ferienjob schnell noch einmal etwas Geld zu verdienen.

In unserem Artikel haben wir noch einmal die wichtigsten Rechtsfragen und die Antworten rund um den Ferienjob zusammengefasst, die jeder Ferienjobber kennen sollte.

Gibt es ein Mindestalter, um einen Ferienjob auszuüben?

Wer über 15 Jahre alt ist, darf während der Ferien ganztags arbeiten – allerdings höchstens vier Wochen im Jahr. Jugendliche, die jünger als 13 Jahre alt sind, dürfen gar nicht arbeiten, das verbietet das Jugendschutzgesetz.

Schüler, die zwischen 13 und 15 Jahre alt sind, dürfen zwar einen Nebenjob ausüben, aber noch keinen Ferienjob in Vollzeit. Schülerjobs für diese Altersgruppe sind sowohl zeitlich als auch im Hinblick auf die Arbeiten, die ausgeübt werden dürfen, noch ziemlich eingeschränkt: Länger als zwei Stunden täglich darf nicht gearbeitet werden; außerdem darf es sich nicht um schwere Arbeiten handeln. Babysitten, Hunde ausführen oder Zeitungen austragen beispielsweise wäre für unter 15-Jährige in Ordnung.

Über welchen Zeitraum dürfen volljährige Schüler und Studenten während der Ferien jobben?

Schüler, die über 18 Jahre alt sind, dürfen während der Ferien länger arbeiten als minderjährige Schüler – das Gleiche natürlich auch für Studenten, die ja in der Regel ebenfalls volljährig sind.

Bis zu drei Monate und bzw. maximal 70 Arbeitstage im Jahr können diese während der Ferien jobben, damit der Ferienjob als sozialversicherungsfreie kurzfristige Beschäftigung abgerechnet werden kann.

Fallen bei einem Ferienjob Steuern an?

Wer seinen Ferienjob als Minijob auf 450-Euro-Basis praktiziert, zahlt auf seinen Verdienst in der Regel keine Steuern: Meist übernimmt der Arbeitgeber die Pauschalsteuer in Höhe von zwei Prozent.

Wer längerfristig jobbt und den Verdienst über die Lohnsteuerkarte abrechnet, kann bis zu  8.820 Euro im Jahr (Stand 2017) steuerfrei verdienen. Die gezahlte Lohnsteuer bekommt man dann mit der Einkommensteuererklärung zurück.

Ist es möglich, einen Ferienjob in der Zeit zwischen Schule und Studium ausüben?

Ja, problemlos. Oft werden diese Jobs als (sozialversicherungsfreie) kurzfristige Beschäftigung angesetzt, bei denen bis zu drei Monate bzw. 70 Tage gearbeitet werden darf.

Wichtig Zwischen Schulabschluss und Beginn einer Berufsausbildung ist es nicht möglich, einen Ferienjob als kurzfristiges Beschäftigungsverhältnis auszuüben, denn hier wird von vornherein die so genannte „Berufsmäßigkeit“ unterstellt.

Besteht bei einem Ferienjob Anspruch auf den Mindestlohn?

Grundsätzlich schon: Der (Brutto-)Verdienst von mindestens 8,84 Euro pro Stunde steht allen volljährigen Ferienjobbern zu. Eine Ausnahme gilt allerdings für Schüler, die noch minderjährig sind: Sie haben Anspruch auf den Mindestlohn.

Die Regelungen zum Ferienjobs bzw. Nebenjob und Mindestlohn können Sie im Artikel Mindestlohn und Nebenjob ausführlich nachlesen.

Was ist, Sie während des Ferienjobs krank werden?

Wer während seines Ferienjobs krank wird, hat wie jeder andere Arbeitnehmer Anspruch auf Lohnfortzahlung – allerdings besteht dieser Anspruch erst ab einer Beschäftigungsdauer von mindestens vier Wochen. Wer also erst drei Wochen lang gejobbt hat und dann krank wird, bekommt kein weiteres Gehalt.

Krankenversicherung: Beeinflusst ein Ferienjob die Familienversicherung?

Schüler und Studenten, die über ihre Eltern familienversichert sind, können im Rahmen einer kurzfristigen Beschäftigung so viel verdienen wie sie möchten, ohne dass dies Konsequenzen für die Krankenversicherung hat.

Wer auf Minijob-Basis arbeitet, muss die Verdienstgrenze von 450 Euro monatlich beachten. Wenn das Einkommen anders abgerechnet wird (beispielsweise auf Honorarbasis), muss die Verdienstobergrenze von 425 Euro (Stand 2017) beachtet werden, damit die Familienversicherung bestehen bleiben kann.

Kann man während eines Ferienjobs gekündigt werden oder selbst kündigen?

Grundsätzlich gelten auch bei Ferienjobs die normalen gesetzlichen Regelungen zur Kündigung. Da ein Ferienjob, insbesondere wenn es sich um eine kurzfristige Beschäftigung handelt, von vornherein befristet ist, braucht dieser normalerweise nicht gekündigt zu werden.

Was gilt aber für den Fall, wenn der Ferienjob vorzeitig abgebrochen werden soll? Eine Lösung ist es, wenn ein Aufhebungsvertrag geschlossen wird – beiderseitiges Einvernehmen vorausgesetzt. Wenn dies nicht geht, muss einseitig gekündigt werden. Die Regelungen zur Kündigung eines Nebenjobs können Sie im Detail hier nachlesen: Nebenjob kündigen: So machen Sie es richtig

Wie sieht es mit dem Urlaubsanspruch im Ferienjob aus?

Tatsächlich haben auch alle, die einen Job „nur“ während der Ferien ausüben, Anspruch auf Urlaub: Mindestens 20 Tage bei einer 5-Tage-Woche bzw. 24 Tage bei einer 6-Tage-Woche, also jährlich vier Wochen müssen auf die Dauer des Ferienjobs umgerechnet werden.

Jugendliche Ferienjobber haben sogar einen noch höheren Urlaubsanpruch: 17-Jährigen stehen nach dem Gesetz mindestens 25 Werktage, 16-Jährigen mindestens 27 Werktage und 15-Jährigen mindestens 30 Werktage Urlaub zu.

Tipp Auch Urlaubsgeld steht Ferienjobbern (anteilig) zu, wenn der Arbeitgeber seinen anderen Angestellten Urlaubsgeld zahlt

Wer mehr über das Thema Urlaub und Nebenjob erfahren möchte(beispielsweise wie die Urlaubstage mit der Urlaubsumrechnungsformel errechnet werden, wie hoch das Urlaubsgeld ist etc.), kann dies ausführlich in unserem Ratgeber zum Thema nachlesen.

Welche Konsequenzen hat ein Ferienjob für das Kindergeld?

Die Antwort ist kurz und bündig: Keine. Egal wie hoch der Verdienst des Kindes durch den Ferienjob ist, das Kindergeld wird davon nicht berührt.

Was müssen Kinder beachten, die in einer Familie mit Hartz 4 Bezug leben?

Bis zu einem Betrag von 1.200 Euro pro Kalenderjahr dürfen Kinder, die in Hartz 4-Familien leben und allgemein- oder berufsbildende Schule besuchen, mit einem Ferienjob verdienen, ohne dass der Verdienst auf die Regelleistung angerechnet wird. Als weitere Voraussetzung muss allerdings beachtet werden, dass der Verdienst während der Schulferien und innerhalb von maximal vier Wochen (der Zeitraum kann auch „gestückelt“, also aufgeteilt werden) erzielt wurde.

Tipp Eltern, die Arbeitslosengeld I bekommen, müssen nichts beachten, wenn ihre Kinder während der Schulferien jobben: Das „normale „ Arbeitslosengeld wird hiervon nicht berührt.

Viele weitere Infos lesen Sie in unserem ausführlichen Artikel zum Thema Nebenverdienst und Hartz 4

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