Wer einen Nebenjob ausübt, möchte möglichst viel vom Verdienst behalten. Hier lesen Sie, wann Ihr Nebenjob steuerfrei bleibt

Die bestmögliche Variante bei der Besteuerung einer Nebentätigkeit ist natürlich, wenn der Nebenverdienst komplett steuerfrei bleibt. Wer jetzt meint, dass dieser Fall eher die Ausnahme darstellt, liegt falsch. Denn tatsächlich ist es gar nicht so unrealistisch, dass Zusatzverdienste ohne Abzüge ausbezahlt werden.

Die klassische Variante, bei der der Nebenverdienst steuerfrei ist: Der Minijob auf 450 Euro Basis

Die meisten Nebenjobber, die ihren Job unselbstständig ausüben (also bei einem Arbeitgeber angestellt sind), machen dies im Rahmen einer sozialversicherungsfreien geringfügigen Beschäftigung – also eines Minijobs. In den allermeisten Fällen wird dieser Minijob nicht unter Vorlage einer Lohnsteuerkarte, sondern pauschal versteuert. Diese Pauschalsteuer liegt bei lediglich zwei Prozent und wird vom Arbeitgeber zusammen mit den pauschalen Sozialversicherungsbeiträgen an die Minijob-Zentrale abgeführt.

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Zwar kann der Chef die pauschale Lohnsteuer auf den Minijobber abwälzen, die wenigsten Arbeitgeber machen jedoch Gebrauch von dieser Möglichkeit (wahrscheinlich auch in Anbetracht des geringen Steuerbetrages).

Sofern der Minijob pauschal versteuert wurde, muss er übrigens nicht in der jährlichen Einkommensteuererklärung angegeben werden.

Gut zu wissen Die pauschalen Sozialversicherungsbeiträge muss allein Ihr Arbeitgeber tragen: Diese Zahlungsverpflichtung darf er, anders als die pauschale Steuer, nicht auf den Arbeitnehmer übertragen.

Mit der Übungsleiterpauschale sind jedes Jahr 2.400 Euro steuerfreier Zusatzverdienst möglich

Die Bezeichnung Übungsleiterpauschale klingt eigentlich ein wenig altmodisch und einseitig, ganz das Gegenteil ist allerdings der Fall. Denn so eingeschränkt sich diese steuerfreie Pauschale durch ihren Namen zunächst anhören mag: In der Praxis gibt viele Menschen, die ihren Zusatzverdienst auf diese Weise abrechnen können und dies auch machen. Denn es gibt eine Menge Berufsgruppen, die Übungsleiter sind bzw. als solche eingruppiert werden können – und vielleicht können auch Sie als Übungsleiter ein steuerfreies Einkommen erzielen.

Die Voraussetzung für eine Abrechnung über die Übungsleiterpauschale ist, dass Sie eine gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Nebentätigkeit bei einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft oder bei einer gemeinnützigen Organisation ausüben.

Beispiele Zu diesen Institutionen zählen beispielsweise Schulen, Universitäten, Volkshochschulen, Sportvereine oder Sportverbände.

Zusätzlich muss Ihr Job entweder a) eine pädagogische Ausrichtung haben oder b) Sie betreuen kranke, alte oder behinderte Personen oder c) Ihr Zusatzeinkommen fließt Ihnen durch eine künstlerische Tätigkeit zu.

Auch wer als Ehrenamtlicher tätig ist und hierfür bezahlt wird, kann steuerfrei zusätzliches Geld verdienen

Wer zu denjenigen Menschen gehört, die sich ehrenamtlich betätigen, aber nicht pädagogisch, künstlerisch oder betreuend tätig ist, kann unter gewissen Voraussetzungen von der Ehrenamtspauschale profitieren. Der mögliche steuerfreie Nebenverdienst der Ehrenamtspauschale liegt bei 720 Euro pro Jahr. Genau wie als Übungsleiter müssen Sie bei einer öffentlich-rechtlichen oder gemeinnützigen Körperschaft beschäftigt sein. Von der Ehrenamtspauschale profitieren beispielsweise Platzwarte, Bürohilfen, Vorstände, Jugendwarte und viele andere, die Ihre Nebentätigkeit im Rahmen eines bezahlten Ehrenamts ausüben.

Selbstständige Nebenverdienste bleiben steuerfrei, wenn sie nach Abzug der Kosten 410 Euro nicht übersteigen

Wer nicht bei einem Arbeitgeber oder einer Institution arbeitet, sondern quasi in Eigenregie etwas Geld nebenbei verdient, darf nach Abzug aller Kosten 410 Euro pro Jahr steuerfrei hinzu verdienen – hierbei handelt es sich um den so genannten Härteausgleich.

Wichtig Die 410 Euro sind kein Freibetrag, sondern eine Freigrenze. Wer mehr verdient, muss das Verdiente versteuern.

Einkommen, das unterhalb des Grundfreibetrags liegt, wird nicht besteuert

Sofern mit Ihrem gesamten Einkommen nicht mehr als 9.000 Euro (als Lediger, Stand 2018) pro Jahr verdienen, bleibt Ihr Verdientes steuerfrei, denn in Deutschland werden nur Einkommen besteuert, die oberhalb des so genannten Grundfreibetrags liegen. Für Verheiratete liegt dieser Grundfreibetrag doppelt so hoch bei 18.000 Euro.

Unser Tipp: Wer Steuern auf sein Einkommen bezahlt hat, sollte darüber nachdenken, eine Steuererklärung zu machen

Doch längst nicht immer bleibt Einkommen steuerfrei. Wie Sie sich ganz schnell mit dem Einreichen Ihrer Steuererklärung mehrere Hundert Euro verdienen können, lesen Sie in unserem Artikel 300 Euro (oder sogar mehr) in einer Stunde verdienen? So einfach kann das sein.

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