Mit einem Minijob im Privathaushalt Geld verdienen - alles, was Sie wissen müssen

Minijob im Privathaushalt
Fotos (v.l.n.r.): © Lisa F. Young, © Dan Race, © AntonioDiaz (alle Fotolia.com)

Als Minijobber müssen Sie nicht unbedingt in einem Unternehmen arbeiten – als Arbeitgeber kommen auch private Haushalte in Frage

Minijobs in Privathaushalten sind eine besondere Form von Minijobs. Sie bieten Vorteile für beide Seiten - für den Minijobber wie auch den privaten Arbeitgeber und sie lassen sich über das so genannte Haushaltsscheck-Verfahren sehr einfach abrechnen – und die Anmeldung ist ebenfalls ziemlich unkompliziert.

Alles, was Sie beachten müssen, egal ob Sie Minijobber im Privathaushalt sind oder ob Sie privater Arbeitgeber werden möchten, haben wir in diesem Artikel für Sie zusammengefasst.

Welche Aufgaben können als Minijob in einem Privathaushalt abgerechnet werden?

Egal ob Familie, Alleinerziehende, Singles oder ältere Menschen – für die Abrechnung über einen 450-Euro-Minijob kommen alle so genannten "haushaltsnahen Dienstleistungen" in Frage. Die Einsatzgebiete sind dabei relativ breit gesteckt: Angefangen bei der Putzhilfe oder Haushaltshilfe, Gartenarbeit, Kinderbetreuung wie beispielsweise Babysitting, Nachhilfeunterricht, Seniorenbetreuung etc. – bei privaten Arbeitgebern gibt es eine Vielzahl von Tätigkeiten, die Minijobber übernehmen können.

Die Aufgaben, die der Minijobber übernimmt, müssen üblicherweise von einem Mitglied der Familie erledigt werden können. Außerdem steht die Absicht, mit seiner Tätigkeit einen Nebenverdienst zu erzielen, im Vordergrund – damit grenzt sich der Minijob von einer bloßen Gefälligkeit ab.

Tipp Auch nahe Verwandte (nicht aber Ehepartner oder Kinder, die noch im Haushalt leben und von den Eltern unterhalten werden) lassen sich als Minijobber im Haushalt beschäftigen.

Minijobs in privaten Haushalten bieten Vorteile für beide Seiten

Haushalte, die ihre Haushaltshilfe als Minijobber anmelden, vermeiden Schwarzarbeit und sparen, außer dass sie den sicheren legalen Weg gehen, zusätzlich Steuern – bis maximal 510 Euro jährlich sind möglich. Denn 20% der gesamten Ausgaben, die privaten Arbeitgebern durch die Beschäftigung von Minijobbern entstehen, sind von der Steuerschuld abziehbar. Die entsprechende Bescheinigung fürs Finanzamt erhalten Sie nach Ablauf eines Kalenderjahres von der Minijob-Zentrale.

Falls außerdem die Haushaltshilfe während der Arbeit (oder auf dem Arbeitsweg) einen Unfall erleidet, ist der Minijobber versichert und der private Arbeitgeber durch die gesetzliche Unfallversicherung vor eventuellen Haftungsansprüchen geschützt.

Für Minijobber ist von Vorteil, dass ihnen als Arbeitnehmer die "ganz normalen", gesetzlichen Arbeitnehmerrechte zustehen. So haben sie beispielsweise, wenn sie krank sind, Anspruch darauf, dass ihr Gehalt bis zu sechs Wochen lang weitergezahlt wird.

Tipp für private Arbeitgeber 80% der geleisteten Lohnfortzahlung bekommen Sie im Rahmen der Arbeitgeberversicherung von der Minijob-Zentrale zurückerstattet.

Auch bei "privaten" Minijobs liegt die Verdienstgrenze bei 450 Euro im Monat

Wenn es sich nicht um einen kurzfristigen Minijob handelt, liegt auch bei Minijobs in Privathaushalten die Einkommens-Obergrenze bei maximal durchschnittlich 450 Euro im Monat. Auch Sonderzahlungen wie beispielsweise Urlaubsgeld oder Weihnachtsgeld zählen zum Gehalt – wie gerechnet wird, lesen Sie in unserem Beitrag Vorsicht: Sonderzahlungen im Nebenjob können teuer werden.

Und auch, wer mehrere Nebenjobs gleichzeitig ausüben möchte, muss dabei die gleichen Regeln wie ein gewerblicher Minijobber beachten. Mehr zum Thema mehrere Minijobs finden Sie in den folgenden Artikeln:

Die Anmeldung des Minijobbers erfolgt mit dem "Haushaltsscheck"

Private Arbeitgeber melden ihre Minijobber über das "Haushaltsscheck-Verfahren" an. Der Haushaltsscheck selbst ist ein Formular, das die Minijob-Zentrale zu Verfügung stellt und hier angefordert, auf der Webseite downgeloadet oder direkt online ausgefüllt werden kann.

Das Haushaltsscheck-Verfahren ermöglicht einen unkomplizierten, schnellen und vereinfachten Weg, Minijobber offiziell anzumelden und die Beiträge abzurechnen.

Welchen Kosten entstehen für den Arbeitgeber?

Der Arbeitgeber übernimmt die pauschalen Abgaben in Höhe 14,9 Prozent auf den Verdienst. Im Einzelnen ergibt sich dies aus den folgenden Abgaben:

  • Krankenversicherung: 5 %
    (diese Abgabe entfällt, wenn der Minijobber privat krankenversichert ist)
  • Rentenversicherung: 5 %
  • Unfallversicherung: 1,6 %
  • Pauschale Lohnsteuer 2%
  • Umlagen U1 und U2: 1,3 %

Info Steuerrechtlich ist es möglich, die zweiprozentige Pauschsteuer auf den Arbeitnehmer abzuwälzen - allerdings machen die wenigsten Arbeitgeber davon Gebrauch

Rentenversicherung: Seit 2013 besteht Versicherungspflicht

Hinsichtlich der Rentenversicherung gilt für Minijobs in Privathaushalten die gleiche Regelung wie bei den gewerblichen Minijobs: Wer seinen Minijob nach dem 1. Januar 2013 antritt, ist versicherungspflichtig in der Rentenversicherung. Beschäftigte in Privathaushalten müssen allerdings mit höheren Abgaben zur Rentenversicherung rechnen als gewerbliche Minijobber, denn der Pauschalbeitrag, den der Arbeitgeber leistet, liegt 10% unter dem, den die gewerblichen Arbeitgeber leisten.

Denn die Minijobber zahlen den Differenzbetrag zwischen dem pauschalen Arbeitgeber-Beitrag (5%) und dem gesetzlichen Pflichtbeitrag (zurzeit 18,7%) aus eigener Tasche zu: So ergibt sich nach Adam Riese ein Eigenanteil in Höhe von 13,7 Prozent auf das Gehalt, mindestens aber 32,73 Euro. Durch diesen "Aufstockungsbeitrag" erwirbt der Minijobber im Gegenzug volle Rentenversicherungsansprüche.

Wichtig Wer möchte, kann sich bei der Anmeldung durch ein einfaches Kreuz auf dem Haushaltsscheck von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen und erhält sein Gehalt ohne Abzüge.

Befreiung von der Rentenversicherungspflicht durch ein einfaches Kreuz im Haushaltsscheck

Praktisch: Der Minijob-Rechner

Die Minijob-Zentrale als zentrale Einzugs- und Meldestelle für alle geringfügigen Beschäftigungen bietet auf ihren Seiten auch einen Minijob-Rechner, den so genannten Haushaltsscheck-Rechner an. Die Bedienung ist einfach und auf diese Weise kann jeder schnell errechnen lassen, wie hoch die Abgaben auf den Minijob liegen werden.

Und nicht zuletzt: Auch bei einem Minijob im Privathaushalt besteht Anspruch auf Urlaub

Jeder Arbeitnehmer in Deutschland hat einen gesetzlichen Anspruch auf Erholungsurlaub – und das gilt für Minijobber, egal ob im Privathaushalt oder bei einem gewerblichen Arbeitgeber beschäftigt, genauso wie für vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer oder sozialversicherungspflichtige Teilzeitkräfte.

Die detaillierten Regelungen zu Urlaub und der Umrechnung der Tage bei Minijob-Arbeitsverhältnissen lesen Sie in den Artikeln:

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