Nebenjob kündigen: So machen Sie es richtig

Nebenjob kündigen
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Wer die Kündigung seines Minijobs plant, muss hierbei zwingend einige Dinge beachten

Etwas Grundsätzliches vorweg (wir haben bereits mehrfach darüber geschrieben): Wer im Nebenjob arbeitet, hat genau die gleichen Rechte und Pflichten wie ein Vollzeitjobber – das gilt für die Regelungen zur Kündigung genauso wie für Urlaub, Krankheit oder Sonderzahlungen wie beispielsweise Urlaubsgeld oder Weihnachtsgeld.

Und natürlich kommt es vor, dass sich auch (oder vielleicht auch gerade) bei Nebentätigkeiten die Wege von Arbeitgeber und Arbeitnehmer öfter einmal trennen. Unter Umständen haben Sie auch rein gedanklich kein Problem damit, Ihren Minijob zu kündigen. Sie wären allerdings kein Einzelfall, wenn Sie Schwierigkeiten damit hätten, bei Ihrer Kündigung alles Wichtige zu beachten bzw. ein formell korrektes und rechtswirksames Kündigungsschreiben zu verfassen.

Denn da Sie als Arbeitnehmer solche Schreiben wahrscheinlich nicht unbedingt turnusmäßig verfassen, laufen Sie Gefahr, Formfehler zu machen. Um das zu vermeiden, finden Sie im Folgenden eine Zusammenstellung all der Infos, die Sie rund um das Thema Minijob und Kündigung kennen sollten.

Angaben im Kündigungsschreiben: Was dürfen Sie nicht vergessen?

Eine Kündigung muss grundsätzlich schriftlich erfolgen – mündlich geht gar nicht. Es reicht also keinesfalls aus, ein rein informelles Gespräch mit Ihrem Chef zu führen.

Außerdem muss das Kündigungsschreiben auf dem Papier geschrieben bzw. gedruckt und unterschrieben sein. Wer seinem Arbeitgeber sein Schreiben per Mail oder Fax (oder sogar „einfach mal kurz“ via SMS) zukommen lässt, hat bereits einen Fehler gemacht – gleiches gilt natürlich auch, wenn umgekehrt Ihr Chef Ihnen auf diesen (elektronischen) Wegen kündigt.

Geben Sie zusätzlich Ihren Namen und Ihre Adresse an sowie den vollständigen Adressaten des Schreibens. Neben dem Datum und dem Betreff („Kündigung meines Arbeitsvertrages“) führen Sie Ende Ihres Arbeitsverhältnisses auf („hiermit kündige ich das Arbeitsverhältnis fristgerecht zum [Datum einfügen]“ oder alternativ „zum nächstmöglichen Zeitpunkt“).

TippWer eine ordentliche Kündigung ausspricht, braucht keinen Kündigungsgrund zu nennen. Für eine außerordentliche Kündigung (wie unten beschrieben) müssen Sie dagegen wichtige Gründe haben.

Außerdem können Sie in Ihrem Kündigungsschreiben um eine schriftliche Bestätigung Ihrer Kündigung bitten und um die Ausstellung eines Arbeitszeugnisses bitten (hierauf haben Sie Anspruch) – dann wäre auch das bereits erledigt! Denken Sie daran: Das Arbeitszeugnis könnte für die Bewerbung um Ihren nächsten Nebenjob von Vorteil sein.

Auch für Minijobs gibt es Kündigungsfristen

Die jeweilige Frist, die Sie bei Ihrer Kündigung beachten müssen, können Sie in Ihrem Arbeitsvertrag nachlesen. Falls dort nichts angegeben ist, kommen die Regelungen des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) zur Anwendung.

TippVielleicht müssen Sie ja auch gar nicht unbedingt kündigen, denn ein Arbeitsvertrag lässt sich auch durch einen Aufhebungsvertrag beenden. Eine solche Aufhebung des Arbeitsverhältnisses kann (im Vergleich zu einer Kündigung) Vorteile für beide Seiten bieten – und das nicht nur im Hinblick auf die Kündigungsfristen, die sich auf diese Weise umgehen lassen.

Die Kündigungsfrist, die durch das BGB festgelegt ist, beträgt vier Wochen. Gekündigt werden kann jeweils in der Mitte des Kalendermonats (also zum 15.) oder zum Ende des Monats. Je länger man im Unternehmen arbeitet, desto länger wird auch die einzuhaltende Kündigungsfrist: Nach zwei Jahren beispielsweise kann nur noch zum Monatsende gekündigt werden, nach fünf Jahren beträgt die Kündigungsfrist zwei Monate (wobei die Kündigung ebenfalls nur zum Monatsende ausgesprochen werden kann). Die Kündigungsfrist steigert sich, bis am Ende nach 20 Jahren eine Frist von sieben Monaten erreicht ist. Wer noch in der (maximal 6-monatigen) Probezeit ist, kann mit einer Frist von zwei Wochen kündigen

Im Arbeitsvertrag können allerdings auch andere Fristen als die gesetzlichen vereinbart worden sein – diese können sowohl länger als auch kürzer sein. Eine Vielzahl von Betrieben ist außerdem an einen Tarifvertrag gebunden, der für ihre Branche abgeschlossen wurde – hier kann ebenfalls eine von der gesetzlichen Kündigungsfrist abweichende Frist vereinbart worden sein.

Kündigung bei kurzfristigen Minijobs

Wer einen so genannten kurzfristigen Minijob ausübt, braucht keine Kündigungsfristen zu beachten, denn diese Beschäftigungsverhältnisse sind bereits im Vorfeld befristet und enden automatisch zum im Arbeitsvertrag vereinbarten Datum. Auf der anderen Seite kann ein solcher kurzfristiger Minijob normalerweise auch nicht vorzeitig gekündigt werden, es sei denn, dass dies explizit im Arbeitsvertrag zugelassen worden ist.

Fristlose (bzw. außerordentliche) Kündigung im Minijob – ist das möglich?

Da bei einer außerordentlichen Kündigung keine Frist eingehalten werden muss, wird diese Kündigung auch landläufig als fristlose Kündigung bezeichnet. Sie ist bei einem Nebenjob natürlich ebenso möglich wie bei einem Vollzeit-Arbeitsverhältnis – Stichwort Gleiches Recht für alle. Allerdings brauchen Sie hierfür schon wirklich triftige Gründe – und die müssen Sie in Ihrem Kündigungsschreiben auch angeben. Dass Sie plötzlich eine einmalige Möglichkeit bekommen haben, im Ausland zu arbeiten und deshalb den Job vorzeitig beenden müssen wird wahrscheinlich ebenso wenig als Begründung dienen wie beispielsweise, dass Sie sich in Ihrem Arbeitsumfeld nicht mehr wohl fühlen.

WichtigEiner fristlosen Kündigung muss im Regelfall eine Abmahnung voraus gegangen sein. Außerdem muss sie innerhalb von zwei Wochen, nachdem die Kündigungsgründe bekannt geworden sind, zugestellt sein.

Es gibt übrigens keine allgemeingültigen Gründe, die sich für eine außerordentliche Kündigung anführen lassen – es wird immer der Einzelfall betrachtet. Und der Kündigungsgrund muss derart wichtig sein, dass es der kündigenden Vertragspartei nicht zumutbar ist, die Kündigungsfrist abzuwarten, um das Arbeitsverhältnis zu beenden. Ob der Grund wirklich wichtig ist, wird unter objektiver Berücksichtigung der Interessen beider Vertragsparteien beurteilt.

Wenn Sie als Arbeitnehmer beispielsweise sexuell belästigt oder grobe Beleidigungen gegen Sie ausgesprochen wurden, kann dies eine fristlose Kündigung rechtfertigen. Ein weiterer wichtiger Grund könnte darin liegen, dass Ihr Arbeitsgeber (trotz Abmahnung) mit den Gehaltszahlungen erheblich im Rückstand ist. Auch wenn der Arbeitsschutz bei Ihrem Job grob verletzt wird oder Sie Tätlichkeiten ausgesetzt sind, könnte dies ein Grund für Sie sein, berechtigt außerordentlich kündigen zu dürfen – aber wie gesagt: hierbei wird der Einzelfall geprüft.

Eine Alternative zur Kündigung ist der Aufhebungsvertrag

Mit einem Aufhebungsvertrag können Sie eine Kündigung umgehen: Ein Aufhebungsvertrag stellt eine einvernehmliche Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer dar.

Hierin wird vereinbart, das Arbeitsverhältnis zu einem bestimmten Zeitpunkt zu beenden – es handelt sich um eine Auflösung des Arbeitsverhältnisses in gegenseitigem Einvernehmen. Da es sich nicht um eine Kündigung handelt, muss keine Kündigungsfrist beachtet werden, aber auch der Kündigungsschutz entfällt. Übrigens bedarf auch der Aufhebungsvertrag der Schriftform und kann nicht mündlich vereinbart werden.

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