Zuschuss zu Fahrtkosten bei einem Minijob, Kilometergeld, Krankengeld, Ferienjob + Urlaubsanspruch, Midijob-Verdienst unter 450 Euro: Ihre Fragen, unsere Antworten

Zuschuss zu Fahrtkosten bei einem Minijob, Kilometergeld, Krankengeld, Ferienjob + Urlaubsanspruch, Midijob-Verdienst unter 450 Euro: Ihre Fragen, unsere Antworten
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Gut zu wissen für alle, die einen Nebenjob haben: In diesem Artikel beantworten wir wieder Fragen, die Sie uns gestellt haben – hier für alle zum Nachlesen.

  • Zählt der Fahrtkosten-Zuschuss zu meinem Verdienst oder kann das Geld außen vor bleiben?
  • Zählt das Kilometergeld zum Verdienst aus einem 450-Euro-Minijob hinzu oder wird es bei der Berechnung nicht berücksichtigt?
  • Habe ich Anspruch auf Krankengeld? Wenn ja, wer bezahlt mir das?
  • Habe ich Urlaubsanspruch im Ferienjob?
  • Kann ich einen Job auch als Midijob abrechnen, obwohl das Einkommen nur gelegentlich über 450 Euro liegt?

Zuschuss zu den Fahrtkosten bei einem Minijob

Ihre Frage:
Ich habe einen Minijob auf 450-Euro Basis und zusätzlich zu meinem Verdienst bezuschusst mein Arbeitgeber die Fahrtkosten zwischen meinem Wohnort und dem Arbeitsort mit 30 Cent pro Kilometer. Zählt der Fahrtkosten-Zuschuss zu meinem Verdienst oder kann das Geld außen vor bleiben?

Unsere Antwort:
Ob der Zuschuss zu Ihrem Verdienst gezählt wird (und damit unter Umständen die maximale Verdienstgrenze gesprengt wird), hängt von drei Bedingungen ab. Zum einen muss Ihr Arbeitgeber den Fahrtkostenzuschuss pauschal mit 15 % versteuern, denn pauschal besteuerte Fahrkostenzuschüsse zählen nicht zum Arbeitsentgelt.

Außerdem darf lediglich die einfache Fahrt, also nicht die Hin- und die Rückfahrt bezuschusst werden und drittens (wie es auch bei Ihnen der Fall ist) darf der Zuschuss nicht über der gesetzlichen Entfernungspauschale von 0,30 Euro pro Kilometer liegen.

Nur sofern alle drei Voraussetzungen erfüllt sind, bedeutet der Zuschuss keine Erhöhung Ihres Arbeitsentgelts. In diesem Fall könnten Sie die Verdienstgrenze von 450 Euro in Höhe des Fahrtkostenzuschusses überschreiten, ohne dass aus dem Minijob ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis wird.

Hinweis Minijobber können Fahrkosten nicht in ihrer Steuererklärung als Werbungskosten (die so genannte Pendlerpauschale) geltend machen, denn der Verdienst aus 450-Euro-Minijobs wird nicht in der Steuererklärung angegeben – zumindest, sofern der Verdienst pauschal und nicht über die Lohnsteuerkarte versteuert wird.

Mehr Infos zu steuerfreien Zuschüssen im Minijob: Zuschläge im Nebenjob: Netto mehr Geld verdienen

Kilometergeld und Minijob

Ihre Frage:
Ich bin Pizzafahrer und bekomme für Auslieferungsfahrten mit meinem eigenen Pkw Kilometergeld. Zählt das Kilometergeld zum Verdienst aus einem 450-Euro-Minijob hinzu oder wird es bei der Berechnung nicht berücksichtigt?

Unsere Antwort:
Kilometergeld wird anders behandelt als ein Fahrkostenzuschuss, der für Fahrten zwischen Wohn- und Arbeitsort gezahlt werden kann. Kilometergeld wird gezahlt, wenn Arbeitnehmer ihr privates Fahrzeug für berufliche Zwecke einsetzen – hierbei werden die Kosten pro zurückgelegten Kilometer verrechnet. Und dieses Geld stellt einen Auslagenersatz dar und ist damit kein Arbeitsentgelt.

Info Auf die Zahlung von Kilometergeld haben Sie einen festen Anspruch, wenn Sie Ihr Privatfahrzeug für berufliche Fahrten nutzen

Anspruch auf Krankengeld bei einem Minijob

Ihre Frage:
Ich bin bereits länger krankgeschrieben. Sechs Wochen lang hat mein Arbeitgeber, bei dem ich einen Minijob ausübe, mein "normales" Gehalt weiterbezahlt. Nun soll ich kein Geld mehr bekommen. Habe ich Anspruch auf Krankengeld? Wenn ja, wer bezahlt mir das?

Unsere Antwort:
Zunächst einmal: Ihr Chef hat alles richtig gemacht, denn als krankgeschriebener Nebenjobber haben Sie (natürlich) Anspruch auf Lohnfortzahlung – vorausgesetzt allerdings, dass Sie vor Ihrer Krankheit mindestens vier Wochen lang ohne Unterbrechung bei ihm beschäftigt waren. Das ist schon einmal vorbildlich, denn längst nicht jedem Arbeitgeber ist bewusst, dass er seine Minijobber auch im Krankheitsfall weiterbezahlen muss.

Nun allerdings müssen Sie die Kröte schlucken, dass die Zahlungen eingestellt werden: Als Minijobber haben Sie keinen Anspruch auf Krankengeld (das übrigens von den Krankenkassen gezahlt wird), denn durch einen Minijob sind Sie nicht krankenversichert.

Urlaubsanspruch im Ferienjob?

Ihre Frage:
Mir wird der Urlaubsanspruch verwehrt in einem Ferienjob, den ich befristet vom 16. August bis zum 27. September ausübe. Mein Arbeitgeber argumentiert dies wie folgt: Urlaubsanspruch bestünde nur, wenn ein "voller" Monat, zum Beispiel also der gesamt September, gearbeitet würde. Da ich aber am 16. August angefangen habe und den Job am 27. September wieder aufgebe, habe ich keinen vollen Monat gearbeitet und aus diesem Grund auch keinen Anspruch auf Urlaub.

Unsere Antwort:
Ganz grundsätzlich haben Sie auch bei einer kurzfristigen Beschäftigung (wahrscheinlich ist Ihr Ferienjob als solch ein kurzfristiger Minijob ausgelegt) Anspruch auf bezahlten Urlaub. Und Ihr Arbeitgeber hat nicht ganz Unrecht, wenn er auf die Beschäftigungsdauer von unter einem Monat verweist, denn wer in einem solchen Ferienjob kürzer als einen Monat beschäftigt ist, hat keinen Urlaubsanspruch, denn er ist von der grundsätzlichen Regelung ausgeschlossen.

Dennoch unterliegt Ihr Chef einem Irrtum, wenn er "Monat" mit "Kalendermonat" gleichsetzt. Sie müssen nämlich lediglich durchgehend über den Zeitraum von einem Monat gearbeitet haben – und Sie waren ja sogar darüber hinausgehend beschäftigt. Damit haben Sie Anspruch auf 1/12 des gesetzlichen Jahresurlaubs. Ob Ihr Ferienjob sich über einen vollen Kalendermonat erstreckt, ist für den Urlaubsanspruch nicht von Belang.

Midijob mit schwankendem Verdienst – auch unter 450 Euro

Ihre Frage:
Ich habe einen 450-Euro-Job und nun die Gelegenheit, einen zweiten Job anzunehmen, bei dem die Bezahlung in der Regel unter 450 Euro, in einigen Monaten aber auch darüber liegen würde. Kann ich den zweiten Job auch als Midijob abrechnen, obwohl das Einkommen nur gelegentlich über 450 Euro liegt?

Unsere Antwort:
Laut Definition ist ein Midijob, also ein "Gleitzonenjob" ein versicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis, das nicht zur Berufsausbildung ausgeübt wird und bei dem das regelmäßige Arbeitsentgelt zwischen 450,01 und 850 Euro im Monat liegt. In dieser Definition liegt die Antwort auf Ihre Frage: Da Sie schreiben, dass das Gehalt normalerweise unter 450 Euro und nur manchmal darüber liegen würde, werden Sie regelmäßig nicht auf einen Verdienst von über 450 Euro monatlich kommen – und damit kann die Gleitzonenregelung auf Ihren zweiten Job nicht angewendet werden.

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