Im Nebenjob ohne Arbeitgeber Geld verdienen: Das müssen Sie wissen

Nebenjob und Gewerbe, Steuern und Versicherung
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Diese Infos zu Gewerbe, Steuern und Versicherung sollten Sie kennen, wenn Sie Ihren Nebenverdienst beispielsweise mit Mikrojobs, mit dem Handy, mit Online-Umfragen, als Reinigungskraft etc. erzielen

Unabhängig davon, ob Sie Arbeitnehmer mit Nebenjob, Hausfrau, Student oder Schüler sind: Es liegt absolut im Trend, sich mit Hilfe von vielen verschiedenen kleinen Nebenjobs, die zeitlich und meist auch räumlich sehr flexibel sind, Geld hinzu zu verdienen.

Immer mehr Menschen nehmen ihren Nebenjob in die eigene Hand

Die Möglichkeiten, wie sich heute Geld verdienen lässt, werden immer vielfältiger: Sei es mit dem Handy und der passenden App von unterwegs, sei es durch die Beantwortung von Online Umfragen, durch Verkäufe von Selbstgemachtem auf DaWanda, mit Kleinstaufgaben im Bereich Texten oder Datenerfassung, als online gebuchte Reinigungskraft – oder mit einer Kombination aus diesen verschiedenen Tätigkeiten: Vielen Nebenjobbern, die mit Hilfe solcher Jobs einen regelmäßigen Zusatzverdienst erzielen ist nicht bewusst, dass sie diesen Nebenverdienst auf selbstständiger Basis erwirtschaften. Diese Fehleinschätzung resultiert mitunter auch aus der Tatsache, dass es sich bei dem Verdienst vielleicht nur „um ein paar Euro“ monatlich handelt.

Dennoch: Wer nicht angestellt tätig ist und seine Arbeitsleistung nicht kostenlos anbietet, sondern regelmäßig damit Geld verdienen möchte, betreibt ein Gewerbe – selbst wenn nur wenig (oder auch gar kein) Geld dabei herauskommt.

Dieses Gewerbe muss angemeldet werden – und der Gewinn daraus natürlich auch in der Einkommensteuersteuererklärung berücksichtigt werden. Gewerbeanmeldung, Steuern, Krankenversicherung und Haftpflichtversicherung – diese Aspekte sollten Sie kennen, wenn Sie online Geld verdienen möchten.

Es ist nicht schwer, für den Nebenberuf ein Gewerbe anzumelden

Wer für seinen Nebenjob ein Gewerbe anmelden möchte, beantragt ganz einfach einen Gewerbeschein beim örtlichen Gewerbeamt (offiziell heißt es „Gewerbemeldestelle“). Meist finden Sie das Gewerbeamt in den Stadt- oder Gemeindeverwaltungen.

Für die Anmeldung wird eine Bearbeitungsgebühr erhoben, die von Gewerbeamt zu Gewerbeamt unterschiedlich sein kann: Von zwischen 15 und 65 Euro Kosten können Sie ausgehen. Die Gewerbeabmeldung dagegen ist meist kostenfrei.

TippEs gibt Ausnahmen von der Pflicht zur Gewerbeanmeldung: Die freien Berufe und freiberufliche Tätigkeiten. Unter anderem zählen hierzu künstlerische Tätigkeiten –wenn Sie als Autor, Texter, Journalist oder ähnliches tätig sind, sollten Sie prüfen lassen, ob Sie tatsächlich gewerblich tätig sind.

Die Anmeldung eines Gewerbes muss übrigens nicht in jedem Fall persönlich vor Ort erfolgen, dies ist von Amt zu Amt unterschiedlich. Unter Umständen können Sie den Antrag auch per Post oder sogar online stellen.

Weitere Infos zur Gewerbeanmeldung für den Nebenjob lesen Sie im Ratgeber-Beitrag Für den Nebenjob ein Gewerbe anmelden: Das müssen Sie wissen

Wie sieht es mit der Krankenversicherung aus, wenn Sie Ihren Nebenjob selbstständig betreiben?

Wenn Sie über Ihren Ehepartner als Familienmitglied mitversichert sind, müssen Sie Einkommensobergrenzen beachten, damit Sie nicht aus der Familienversicherung fallen. Für das Jahr 2017 liegt diese Grenze bei insgesamt 425 Euro monatlich (1/7 der so genannten „Bezugsgröße“, die jedes Jahr neu festgelegt wird).

Wenn Sie hauptberuflich als Angestellter arbeiten und Ihr selbstständiger bzw. gewerblicher Job als nebenberuflich eingestuft wird, sind Sie bereits über Ihren Hauptjob krankenversichert. Die Entscheidung, ob Sie nebenberuflich oder hauptberuflich selbstständig sind, trifft übrigens die gesetzliche Krankenkasse.

Steuern zahlen auf den Nebenverdienst: Wie sieht es mit der Einkommensteuer aus?

Der steuerliche Grundfreibetrag für Ledige liegt bei 8.820 Euro (Stand 2017) - für Verheiratete ist der Grundfreibetrag doppelt so hoch bei 17.640 Euro. Wenn Ihr Gesamteinkommen während eines Kalenderjahres unterhalb dieses Freibetrags liegt, brauchen Sie keine Steuern auf Ihre Einkünfte zu zahlen. Besonders für viele Studenten und Schüler, die auf Lohnsteuerkarte arbeiten, ist der steuerliche Grundfreibetrag interessant. Denn oftmals verdienen diese Personengruppen – ob nun im Ferienjob oder mit einem festen Nebenjob - weniger als den Grundfreibetrag und bekommen die gezahlte Lohnsteuer mit der Steuererklärung zurückerstattet.

Beachten Sie, dass für die Ermittlung Ihres Gesamteinkommens all Ihre Einkünfte zusammengerechnet werden: Einnahmen aus Ihrer nebenberuflichen gewerblichen Tätigkeit werden beispielsweise mit Ihrem Einkommen als Arbeitnehmer oder den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung zusammengerechnet.

Wenn Sie für Ihren Nebenjob ein Gewerbe angemeldet haben, müssen Sie bei der der Einkommensteuererklärung die Anlage G ausfüllen – Freiberufler füllen die Anlage S aus. Dort geben Sie den von Ihnen erzielten Gewinn (Einnahmen minus Ausgaben) an.

TippEine einkommensteuerrechtliche Ausnahme stellt der so genannte „Härteausgleich“ dar: Wer mit seiner selbstständigen (also nicht als Angestellter ausgeübten) Nebentätigkeit weniger als 410 Euro Einkommen im Jahr erwirtschaftet, muss hierauf keine Steuern zahlen.

Gibt es noch andere Steuern, mit denen Sie rechnen müssen, wenn Sie ein nebenberufliches Gewerbe betreiben?

Als Kleinunternehmer mit einem Jahresumsatz von 17.500 Euro können Sie darauf verzichten, Umsatzsteuer auf Ihren Rechnungen auszuweisen, denn Sie können von der so genannten „Kleinunternehmerregelung“ Gebrauch machen. Das erspart Ihnen einigen bürokratischen Aufwand, denn wenn Sie auf der Rechnung Umsatzsteuer aufführen, müssen Sie diese mit dem Finanzamt abrechnen.

WichtigWenn Sie die Kleinunternehmerregelung anwenden und in Ihren Rechnungen keine Umsatzsteuer ausweisen, dürfen Sie umgekehrt aber auch nicht die Vorsteuer geltend machen, die Sie selbst bei Einkäufen bezahlt haben.

Außerdem gibt es die Gewerbesteuer – für Nebenverdienste wird dies allerdings eher theoretischer Natur sein. Wahrscheinlich theoretisch ist die Gewerbesteuer aus dem Grund, weil Einzelunternehmen und Personenunternehmen einen Freibetrag in Höhe von 24.500 Euro haben.

Nur für einige wenige selbstständige Nebenjobs brauchen Sie eine Betriebshaftpflichtversicherung

Auch wenn Sie Ihren Nebenverdienst auf selbstständiger Basis erzielen, wird das Thema Betriebshaftpflichtversicherung eher in Ausnahmefällen eine Rolle spielen. Denn wer Online-Umfragen beantwortet, kleine Mikrojobs von unterwegs ausübt oder sich als Texter betätigt, benötigt eine solche Versicherung nicht.

Allerdings gibt es Berufsgruppen, für die der Abschluss einer Betriebshaftspflichtversicherung sinnvoll oder sogar notwendig ist. Beispielsweise trifft dies auf die Reinigungskräfte zu, die Aufträge über eine der neuen Putzhilfe-Buchungsportale erhalten. Oder wer Produkte herstellt und diese über den Online-Marktplatz Marktplatz DaWanda verkauft, benötigt ebenfalls eine Versicherung für den Fall, dass seinen Käufern durch sein Produkt Schäden entstehen.

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