Initiative Auslandszeit: Jede Menge Infos rund um den Auslandsjob

Frank Möller

Unser Interview mit Frank Möller

Frank Möller, Inhaber des Netzwerks INITIATIVE auslandszeit, beantwortet uns in diesem Gespräch viele Fragen rund um das Thema „Arbeiten im Ausland“.

Initiative Auslandszeit
Screenshot: auslandszeit.de

Welche Idee steht hinter INITIATIVE Auslandszeit – können Sie Ihr Unternehmen kurz vorstellen?

Natürlich, gerne, aber zuerst möchte ich mich für die Möglichkeit ganz herzlich bedanken, dass wir uns hier auf Nebenjob.de Ihren Lesern präsentieren dürfen, was uns natürlich sehr freut. Wir von der INITIATIVE auslandszeit zeigen bereits seit 2008 jungen Menschen Wege ins Ausland auf, sprich stellen Möglichkeiten vor, wie man eine längere Zeit im Ausland verbringen kann – jenseits des klassischen Urlaubs also. Dies beinhaltet neben Working Holidays wie Work & Travel, Freiwilligenarbeit oder auch Farmarbeit natürlich auch „Klassiker“ wie Auslandspraktika, Au Pair oder einen Schüleraustausch. Wichtig an der INITIATIVE ist uns zudem die Tatsache, dass wir wirklich versuchen, sämtliche Möglichkeiten für eine Auslandszeit in Betracht zu ziehen und dabei dem Interessenten ganz unabhängig und anbieterübergreifend die Wahl belassen, seine Auslandszeit über einen Veranstalter organisieren zu lassen, oder aber auch gerne komplett selbständig zu planen.

Wie viel Zeit sollte man einplanen, wenn man im Ausland arbeiten möchte – lässt sich der Aufenthalt beispielsweise auch als Ferienjob über sechs bis acht Wochen planen?

Die Auslandszeiten, die wir in der Kategorie „Jobben & Reisen“ vorstellen, sind sicherlich auch für nur kurze Aufenthaltsdauern wie zwei Monate zu realisieren. Dies stellt jedoch die klare Ausnahme dar. Beispielsweise wird ja das für Work & Travel obligate Working Holiday Visum für maximal 12 Monate ausgestellt – und wenn man bedenkt, dass Ziele wie Australien, Neuseeland, Kanada, Singapur, Japan oder Taiwan zur Auswahl stehen, erkennt man schnell, dass es auch sinnvoll ist, nicht nur für wenige Wochen ins außereuropäische Ausland als Working Holiday Maker zu reisen. Kosten fürs Visum sowie die Anreise würden in keinem Verhältnis zu den zu verdienenden Jobgehältern stehen. In Europa sieht dies natürlich ein wenig anders aus – hier benötigt man kein Working Holiday Visum und hat entsprechend kürzere Anreisezeiten. Jedoch steht beim klassischen Work & Travel auch ganz klar das „Travel“ im Vordergrund, während das „Work“ eher immer dann ins Spiel kommt, wenn die Reisekasse mal wieder ins Minus zu rutschen droht.

Meines Erachtens gibt es zudem auch keine klassische Auslandszeit, die sich komplett dem Thema „Ferienjob im Ausland“ widmet, wo wirklich das Thema Jobben und somit Geld verdienen im Vordergrund steht – dieser Tatsache werden wir von der INITIATIVE auslandszeit mal nachgehen, somit haben Sie mich mit dieser Frage auf eine gute Idee gebracht.

Welche Jobmöglichkeiten bieten sich bei einem Auslandsaufenthalt?

Häufig sind es Aushilfsjobs, also sogenannte low skilled jobs, die man als Working Holiday Maker ausübt. Klassiker sind zum Beispiel das Fruitpicking, also die Mithilfe auf Farmen und Plantagen während der Erntezeit, zudem in der Gastronomie als Kellner, als Lagerist, auf dem Bau etc. Wenn man Glück hat und eine besonders gute Qualifikation vorweisen kann, die gerade gefragt ist, können auch schon mal „anspruchsvollere“ Jobofferten in Aussicht sein – aber das ist ehrlich gesagt eher selten, gerade in Hochzeiten, wenn sich viele Work & Traveller um einen Job bemühen.

Gibt es Jobs, die im Rahmen eines Auslandsaufenthalts besonders beliebt sind?

Beliebt ist so eine Sache – sicherlich am stärksten nachgefragt zumindest sind Jobs auf einer Farm oder Ranch, da dies auch in der Regel einfach mit die am häufigsten angebotenen Jobs sind. Jedoch sprechen wir hier auch meist über sehr körperliche Arbeit, was dann schnell dazu führt, dass die Anfangseuphorie sehr bald der Ernüchterung weicht, wenn man den ganzen Tag bei fast 40 Grad über Kiwis gepflückt oder beim Fencing den Schafzaun repariert hat. Ansonsten sind natürlich immer die Jobs besonders nachgefragt, wo man ein wenig mehr als den Standard-Aushilfslohn verdienen kann – wie beispielsweise im Büro oder auf dem Bau, wenn man schon besondere Kenntnisse vorzuweisen hat.

Welches sind die beliebtesten Länder für einen Auslandsaufenthalt?

Hier muss man ganz klar nach den verschiedenen Auslandszeiten unterscheiden: während für Au Pair oder Schüleraustausch noch immer die USA DAS Lieblingsland der jungen Deutschen darstellt, verhält es sich bei Work & Travel ganz anders: hier kommt die USA aufgrund sehr strenger Visavorschriften fast gar nicht in Frage, vielmehr gehen über 50 Prozent aller Work & Traveller nach Australien, gefolgt von Neuseeland und Kanada. Bei Auslandspraktika ist neben der USA aber auch das Europäische Ausland sehr gefragt, vor allem Großbritannien, Frankreich und Spanien sind hier, auch aufgrund der Fremdsprachen, sehr nachgefragt.

Lässt sich mit Programmen wie Work &Travel, Farmarbeit oder Freiwilligenarbeit der Auslandsaufenthalt zu 100 % finanzieren – an welche Kosten sollte man denken?

Möglich ist dies schon – jedoch nicht die Regel. Und hier muss man natürlich auch unterscheiden zwischen Auslandszeiten, die nur gegen Kost und Logis angeboten werden (bspw. Farmarbeit), Aufenthalten, die komplett unbezahlt sind (Freiwilligenarbeit im Ausland) sowie den Auslandszeiten, wo wirklich ein Entgelt gezahlt wird. Und hier wären wir wieder bei Work & Travel – eigentlich der einzigen Auslandszeit in einem Nicht-EU-Land, die wirklich einem „Ferienjob im Ausland“ nahe kommt, da ich während dieser Zeit im Ausland auch ganz offiziell Geld verdienen darf als Ausländer. Um zur Ausgangsfrage der Komplettfinanzierung zurück zu kommen: möglich ist dies, ja, aber auch nur dann, wenn ich einen gutbezahlten Job finde, diesen wirklich konsequent täglich ausübe, meine Reisekosten im Auge behalte und nach Rückkehr an meine Steuerrückerstattung gedacht habe – was auch noch mal viele hundert Euro an Rückzahlung bedeuten kann.

Wo sehen Sie die Vorteile eines Auslandsaufenthaltes?

Ganz klar in dem Erwerb wichtiger sogenannter Soft Skills und Schlüsselqualifikationen für den späteren Berufsweg wie Fremdsprachenkenntnisse, interkulturelle Kompetenz, Flexibilität, Selbständigkeit oder auch Souveränität in ungewohnten Situationen. Und all dies natürlich umso intensiver, je länger der Auslandsaufenthalt dauert. Aber neben all diesen natürlich auch sehr wichtigen Punkten überwiegt auch eines: die wahrscheinlich schönste Zeit im Leben, die man in der Form in einem späteren Lebensabschnitt wahrscheinlich nicht mehr machen wird bzw. machen kann.

In welchen Lebensabschnitt passt ein Auslandsaufenthalt am besten?

Dies hat sich in den letzten Jahren ein wenig verschoben. Klar, der Schüleraustausch wird immer noch zwischen 15 und 18 Jahren gemacht, wobei es immer schwieriger geworden ist, dies im G8-Curriculum unter zu bringen. Viele „sparen“ sich ihren Auslandsaufenthalt aber auch für direkt nach der Schule / nach dem Abitur auf und gehen dann für bis zu einem Jahr ins vor allem außereuropäische Ausland. Während des Studiums ist es ja nun auch nicht gerade leichter geworden, dies zu tun, und direkt nach dem Studium winkt ja auch schon die erste Sprosse auf der beruflichen Karriereleiter. Auch dies ein Grund, warum man die These aufstellen kann, dass derjenige, der für eine längere Zeit ins Ausland gehen möchte, dies vor allem nach der Schule macht und insgesamt um ein paar Jahre im Schnitt jünger ist als noch vor 10 Jahren.

Gibt es ein Mindestalter oder auch ein maximales Alter, um im Ausland zu jobben?

Ebenfalls wieder von Auslandszeit zu Auslandszeit unterschiedlich. Klar, für einen Schüleraustausch muss ich Schüler und in der Regel minderjährig sein, für Work & Travel umgekehrt mindestens 18 Jahre alt und nicht älter als 30 Jahre für Australien und Neuseeland bzw. 35 Jahre für Kanada sein. Viele andere Auslandsaufenthalte sehen zudem eher ein „gewünschtes“ Alter vor als dies obligatorisch vorzuschreiben, ganz einfach deswegen, um mit den anderen Teilnehmern vor Ort alterstechnisch besser eine homogene Gruppe bilden zu können. Dies gilt bspw. für Freiwilligenarbeit, auch eine Auslandszeit, die gerne direkt nach dem Abitur gemacht wird und somit für Berufstätige, die ein Sabbatical machen möchten, nicht ideal wäre. Aber auch für diesen Fall gäbe es besondere Projekte, die wiederum genau auf diese Alterszielgruppe abzielen… Sie sehen schon, sehr facettenreich die Welt der Auslandszeiten.

Muss, wer im Ausland jobben möchte, bestimmte Voraussetzungen erfüllen?

Wer dies gegen Bezahlung machen möchte und nicht nur gegen Kost und Logis wie beispielsweise bei der Farmarbeit, der benötigt ja das sogenannte Working Holiday Visum. Erst dieses Visum erlaubt es, ein Entgelt für seine Arbeit zu erhalten. Und der Erhalt dieses Visums ist, je nach Land, an unterschiedliche Auflagen / Voraussetzungen gebunden, wie ein bestimmtes Mindestalter, der Nachweis eines bestimmten Geldbetrages als „Puffer für die Zeit, in der man noch keinen Job findet“, der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung, die Vorlage eines Rückflugtickets, natürlich die Nationalität, etc. Sehr gut nachzulesen sind diese Voraussetzungen für die unterschiedlichen Zielländer auf unserem Infoportal www.working-holiday-visum.de, auch mit dem Hinweis auf alternative Working Holidays, sollte es mal mit dem Visum im Einzelfall nicht klappen.

Welche Tipps geben Sie denjenigen, die gerade mit der Planung beginnen und wie bereitet man sich optimal vor?

Eine immer wieder sehr gern gestellte Frage. Also in all den Jahren, wo wir schon junge Menschen auf ihrem Weg zur schönsten Zeit ihres Lebens begleiten dürfen, haben wir festgestellt, dass viele sehr zögerlich ihren Traum von einer Auslandszeit angehen. Angst vor dem, was kommen mag, Zweifel, ob es wirklich das Richtige für einen ist oder auch die Sorge, dass man wertvolle Zeit verliert, um sich um seine berufliche Karriere zu kümmern, sind häufige Hürden auf dem Weg ins Ausland. All diese Hürden stellen sich nach Rückkehr jedoch als gegenstandslos und unbegründet heraus, so dass wir gerne allen Auslandsinteressierten noch mehr Empowerment mit auf den Weg geben möchten, ihrem Wunsch auch direkt erste Taten folgen zu lassen, bspw. auf www.auslandszeit.de tiefer in die Möglichkeiten, eine Zeit lang im Ausland zu verbringen, einzutauchen. Denn eines ist auch klar: es gibt in der Tat einen idealen Zeitpunkt, seinen Traum vom Ausland zu realisieren - und dies wissen vor allem all die, die diesen Zeitpunkt verpasst haben.

Zur Vorbereitung ist zu sagen: vor allem mit Freunden in Austausch gehen, die schon mal eine Auslandszeit gemacht haben. Finde ich diese nicht im Freundeskreis, auf jeden Fall auch auf spezielle Messen gehen wie die JUBI, die HORIZON oder auch die EINSTIEG, wo man gut informiert wird. Dort nimmt man auch dann erste Kontakte mit Veranstaltern und Organisationen auf, die bei der Planung und Realisation seines Auslandsaufenthalts unterstützen. Aber auch wer dies komplett alleine in die Hand nehmen möchte, wird schnell fündig: zahllose „Rückkehrer“ teilen ihre gemachten Erfahrungen und Tipps in Foren, bei Facebook, auf eigenen Blogs oder natürlich auch auch auf Portalen der INITIATIVE auslandszeit wie vor allem auf www.auslandsjob.de für Work & Travel oder www.farmarbeit.de oder natürlich auch www.freiwilligenarbeit.de.

Eine kleine persönliche Frage zum Schluss: Hatten Sie auch schon einmal einen Nebenjob bzw. können Sie sich daran erinnern, wie Sie Ihr erstes Geld nebenbei verdient haben?

Oh ja, und ich kann mich in der Tat noch sehr gut erinnern: Ich war 17 und mit Freunden im Urlaub, als ich nach Hause kam und meine Mutter mir mitteilte, dass sie mir einen Ferienjob besorgt hätte: dieser fing am gleichen Tag mit einer Nachtschicht an und ich durfte die ganze Zeit auf frisch produzierte Mehrweg-Mülltonnen diese Aufkleber pappen, auf denen dargestellt wurde, was im Rahmen der Mülltrennung in diese Tonne gehörte – und was eben nicht. Drei Wochen habe ich durchgehalten, dann war diese spezielle Form des „Travel mit anschließendem Work“ für mich selbstgewählte Geschichte!

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