Einige werden reich damit: So viel lässt sich mit einem Modeblog verdienen

Geld verdienen mit Modeblogs: 3 Bilder
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  • Chiara Ferragni ist der Star unter den Modebloggern: Sie verdient in diesem Business Millionen
  • Erfolg oder Misserfolg hängen davon ab, ob sich eine Nische finden lässt und wie gut es mit der perfekten Selbstdarstellung klappt
  • Glaubwürdigkeit: Wer einen Modeblog betreibt und damit Geld verdient, wird gelegentlich auch mit Anfeindungen konfrontiert
  • Es gibt verschiedene Wege, auf denen sich ein Fashionblog zum Geld verdienen nutzen lässt

Als Modeblogger lässt sich mittlerweile sehr gut Geld verdienen – einige verdienen sogar Millionen

Ab und zu mal sein Outfit posten, schicke Designerhandtaschen einfach so geschenkt bekommen, bei jedem neuen Trend nach seiner Meinung gefragt werden und ganz nebenbei zwischen Cocktail und Kamera ein kleines Vermögen verdienen – diese weit verbreitete Vorstellung eines Modebloggers klingt nach einem echten Traumberuf.

Und tatsächlich - einige internationale Blogger hat ihr Modegeschmack reich gemacht. Doch der Schein des unbekümmerten Lebens trügt: Jedes Selfie, jede noch so locker und „undone“-wirkende Frisur und jede Pose der berühmten Modeblogger ist perfekt inszeniert – und ein Produkt harter Arbeit. Viele Blogger haben mittlerweile ihren eigentlichen Beruf aufgegeben, um sich ganz der Modewelt zu widmen. Doch lässt sich so ein Modeblog auch als Nebenjob betreiben? Oder ist der Zeitaufwand hierbei zu groß? Und wie verdienen Modeblogger überhaupt Geld? Diese und weitere Fragen werden wir im folgenden Beitrag beantworten.

So viel Geld verdient Chiara Ferragni, die zurzeit die erfolgreichste Modebloggerin

Die zurzeit reichste Modebloggerin ist wohl die Italienerin Chiara Ferragni – nach eigenen Angaben verdient sie etwa sechs Millionen Euro im Jahr. Ihr Blog www.theblondesalad.com, zu deutsch „der blonde Salat“, hat laut Ferragnis Management zur Zeit 3,3 Millionen Viewer. Auch auch auf Instagram hat die 28-jährige über drei Millionen Follower - und täglich kommen 3.000 neue Fans dazu. Geld verdient sie aktuell als Buchautorin, als Gast-Jury-Mitglied bei Heidi Klums US-Show „Project Runway“ oder als Model; im April diesen Jahres zierte sie beispielsweise das Cover der spanischen Vogue. Doch den Großteil ihrer Einnahmen macht die Bloggerin mittlerweile nicht mehr mit dem blonden Salat, sondern mit ihrem eigenen Schuh-Label: Bis zu 400 Euro kann man für einen Ferragni-Schuh hinblättern. Ein Preis, der ohne Ferragnis Berühmtheit als Bloggerin wohl nie zustande gekommen wäre.

Was macht einen Modeblogger erfolgreich?

Wurden Blogger früher eher auf Grund ihrer fehlenden journalistischen Ausbildung belächelt, sitzen sie heute in der ersten Reihe der Fashion-Shows in Mailand oder Paris, neben Modeschöpfern, Promis und Redakteuren führender Modezeitschriften. Denn entscheidend für den Erfolg des Blogs und ob sich damit Geld verdienen lässt, sind eben nicht die perfekte Schreibe oder der qualifizierte Modegeschmack, sondern ganz allein, wie viele Menschen sich für den Blogger und seine Meinung interessieren. Blogger wie Chiara Ferragni haben nicht über eine Million Viewer, weil sie so schön schreiben und bewerten können, sondern weil sie eine Nische gefunden haben, in der sie sich perfekt selbst darstellen können, eine eigene Marke geworden sind. Weil die Viewer sich mit ihnen identifizieren können – oder eben gerne so wären wie sie.

Die deutsche Modebloggerin Masha Sedgwick zum Beispiel hat es auf jeden Fall geschafft, sich auf Grund ihres besonderen Stils einen Namen zu machen. Sie zeigt auf ihrem gleichnamigen Blog einen eher alternativen Stil, der mit seiner Mischung aus Grunge und Punk eher nicht in das typische Blogklientel passt und gerade deshalb heraussticht. Masha Sedgwick hat einen Tunnel im Ohr, ist tätowiert und wechselt gerne mal ihre Haarfarbe. Und dennoch, oder gerade deshalb: Die 26-jährige gebürtige Russin hat nach aktuellem Stand rund 54.000 Fans auf Facebook, und ist diesem Netzwerk damit gegenüber ihren deutschen Kolleginnen deutlich führend. Nach Blogviewern ist sie im deutschsprachigen Raum hingegen nur auf Platz zwei.

Was mit einem Modeblog als Nebenjob begann, ist bereits häufiger zum Hauptjob geworden

Mit Chiara Ferragni vergleichbare Größen gibt es bei deutschsprachigen Blogs zwar nicht - mit rund 890.000 Followern auf Instagram kann die gelernte Krankenschwester Anna-Lea Popp, Betreiberin des Blogs fashionhippieloves jedoch gut mit der internationalen Konkurrenz mithalten. Auf ihrem Blog präsentiert sie eine Mischung aus blumigem Hippie-Gefühl, klassischem Stil und it-Pieces. Die Heimat der 24-jährigen ist nicht etwa eine Fashion-Metropole, sondern der schwäbische 400-Seelen-Ort Gemmrigheim, in dem immer noch die meisten ihrer Outfits abgelichtet werden. Wie die meisten namhaften Blogger schaffte es auch Anna-Lea es irgendwann nicht mehr, ihren Blog als Nebenjob zu betreiben. Als drei bis vier Stunden Arbeitsaufwand am Tag nicht mehr reichten, um den Blog aktuell zu halten, kündigte sie ihren Job, um sich ganz dem Blogger-Dasein zu widmen.

Nicht immer ist es unproblematisch, wenn ein Fashion-Blog zum Geld verdienen eingesetzt wird

Zusammengefasst ist für den Erfolg des eigenen Blogs also vor allem wichtig, durch seine eigene Art und ein klares Selbstbild gut bei seiner Zielgruppe anzukommen und so eine möglichst große Anhängerzahl zu haben. Aber wie lässt sich mit Fans Geld verdienen? Klar ist: Die Blogposts der meist weiblichen Modebloggerinnen sind kostenlos im Internet zu finden, was folglich bedeutet, dass Masha Sedgwick und Co. sich anderweitige Finanzierungsmöglichkeiten suchen müssen. Dies tun sie durch Sponsoring großer Marken. Je größer hierbei die Reichweite des Blogs, desto mehr Anfragen von Firmen und Agenturen. Denn die Firmen sehen in den Modeblogs eine riesige Plattform, auf der sie ihre Produkte anwerben können. Gerade im deutschsprachigen Raum werden Modeblogger allerdings immer häufiger angefeindet, sobald die Leser einen vertraglich geregelten Post oder eine geschenkte Tasche wittern. Die Österreicherin Madeleine Alizadeh schilderte Anfang diesen Jahres auf ihrem Blog, wie sie mit der Kritik ihrer Viewer zu kämpfen hat:

Anführungsstriche - Zitat „Wie wäre es, wenn ich pro Blogpost von jedem/r LeserIn einen Betrag von 1,50€ verlangen würde? Es wäre toll! Ich könnte auf jegliche bezahlte Kooperation verzichten, müsste keine Affiliatelinks mehr setzen, hätte ein fixes monatliches Einkommen – ein weitaus höheres als ich es jetzt habe. Ich könnte darauf verzichten, ständig an den Pranger gestellt zu werden. Dafür, dass ich mit großen Konzernen oder sonst wem kooperiere, dass ich einen mir gratis zur Verfügung gestellten Lippenstift gutheiße oder einen bezahlten Instagram Post schalte.“, und weiter „Es raubt mir Lebensenergie mein Bestes zu geben und 'ähmduträgstnikeswiesowirbstdufürnespressoundsowiesobistdueinefalschesau' zu ernten.“

[Quelle: dariadaria.com/2015/01/ich-bin-ein-naives-dummchen.html]

Wenn Sie also planen, einen Blog anzufangen und damit womöglich auch Geld zu verdienen, sollte Ihnen bewusst sein, dass man als Blogger im Rampenlicht und unter ständiger Beobachtung steht – negative Kritik und verletzende Kommentare inklusive. Klar ist auch, dass man seine Einnahmen ausschließlich durch Werbung machen kann. Man muss sich aber keineswegs „verkaufen“, da keiner gezwungen wird, einen Werbevertrag auch einzugehen, und man, bei genügend bestehenden Angeboten, aussuchen kann, welche zu bewerbenden Produkte zum Image des eigenen Blogs passen.

Diese Methoden bieten sich an, um Einkünfte zu erzielen

Eine Methode, Werbung zu schalten, sind die von Alizadeh angesprochenen Affiliatelinks. Dies sind Links, die auf die Produkte eines kommerziellen Anbieters, beispielsweise Amazon, hinweisen, welche ihren Partnern, Affiliates, für das Verbreiten dieser Links Provisionen zahlen. Diese Links sind dann entweder in Bildform auf dem Blog sichtbar oder sie können vom Blogger in Textform gezielt in einen ihrer Beiträge eingefügt werden. Die Links sind an den Affiliate gebunden – das heißt, der Anbieter kann bei einem Klick auf den Link sehen, von welchem Partner, in diesem Fall dem Blogger, der Link geteilt wurde. Dieser bekommt dann einen bestimmten, meist eher geringen Prozentsatz der Einnahmen. Ob schon bei jedem Klick auf den Affiliatelink oder erst bei einem abgeschlossenen Kauf die Kassen der Modeblogger klingeln, ist von Affiliateprogramm zu Affiliateprogramm unterschiedlich.

Affiliatelinks sind aber nicht die einzige Möglichkeit der Kooperation zwischen Modebloggern und Produktanbietern. Auch wenn Kleidungsstücke oder Kosmetikprodukte direkt gepostet und im besten Fall noch positiv bewertet werden, kann sich dahinter ein Werbevertrag verbergen. Bezahlt werden die Blogger auch nicht ausschließlich mit Geld. Sie bekommen zum Beispiel auch Schuhe, Hosen und Ähnliches geschenkt, wenn sie diese im Gegenzug auf sozialen Netzwerken verbreiten. Und nicht zuletzt besteht noch die Möglichkeit, Bannerwerbung auf dem Blog zu platzieren.

Wer auf seinem Modeblog Werbung, in welcher Form auch immer platziert, ist im Umkehrschluss nicht unbedingt gleich käuflich

Laut Chiara Ferragnis Management kann diese seit Anfang diesen Jahres komplett auf das Verbreiten von Links oder ähnlicher Werbeformen verzichten – die Einnahmen durch ihr Modeldasein und das Schuhlabel seien weitaus mehr als genug. Allerdings ist ein Großteil der anderen Blogger auf diese Art von Einnahmequellen angewiesen – das sollte sowohl Bloglesern als auch angehenden Bloggern bewusst sein. Zudem geben, laut einer Studie von „Die Welt“, mit 48 Prozent fast die Hälfte aller deutschen Modeblogger an, monatlich höchstens 100 Euro oder sogar gar kein Geld zu verdienen. Jedoch sagen auch ganze 34 Prozent, also rund ein Drittel der deutschen Blogger, dass sie immerhin 100 bis 500 Euro im Monat durch ihren Blog dazu zu verdienen – ein sehr gutes Taschengeld und ein eindeutiges Indiz für einen guten Nebenjob! Bei einem Betrag über 500 Euro nehmen die Prozentzahlen jedoch rapide ab; noch zehn Prozent geben 500 bis 1.000 Euro als Monatsgehalt an, alles darüber fällt in den einstelligen Bereich. 3.000 bis 5.000 Euro verdienen laut Umfrage nur etwa zwei Prozent und keiner der Befragten sagte aus, mehr als 5.000 Euro im Monat zu verdienen.

Beim Thema Mode ist Selbstdarstellung alles – das gilt auch für Modeblogs

Zusammengefasst ist Selbstdarstellung beim Betreiben eines Blogs alles. Damit die Viewer über einen stolpern, muss man ihnen genau sagen, wer man ist, was man macht, und was man ihnen bieten kann. Dabei ist das Besondere entscheidend. Besonders schön sein, besonders alternativ sein, eine besondere Meinung haben – oder sich immerhin so darstellen können. Je mehr Viewer man hat, desto mehr Verträge kommen reingeflattert und desto mehr Einnahmen macht der Blogger.

Fazit: Könnte der Nebenjob als Modebloggerin auch etwas für Sie sein?

Bloggen im kleinen Rahmen eignet sich auf jeden Fall als Nebenjob, wenn man sich dabei mit einem kleinen Nebenverdienst zufrieden gibt. Wer im großen Stil bloggen und mit Designerhandtaschen ausgestattet werden will, muss dem Blog jedoch all seine Zeit widmen. Denn erfolgreiche Blogs leben neben ihrem Inhalt auch vor allem von ihrer Aktualität – wer nicht häufig genug postet, verliert seine Viewer. Außerdem ist die Selbstinszenierung und das Leben im Fokus anderer auch nichts für jedermann.

Wenn Sie allerdings gerne im Rampenlicht stehen, Mode lieben, eine gute, neue Idee haben und nicht die Vorstellung vom „großen Geld nebenbei“ verfolgen – dann ist der Nebenjob als Modeblogger vielleicht genau das Richtige!

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