Mikrojobs und Crowdworking: Die 9 wichtigsten Fragen, die sich Nebenjobber dabei stellen

Mikrojobs und Crowdworking: Die 9 wichtigsten Fragen
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Je populärer Crowdworking als Nebenjob wird und je mehr Crowdworker unterwegs sind, desto mehr Fragen gehen in unserer Redaktion ein. In diesem Artikel haben wir die neun wichtigsten Fragen zusammengefasst.

Die Arbeitswelt verändert sich stetig und mit ihr auch die Möglichkeiten, wie sich nebenberuflich Geld verdienen lässt. Insbesondere das Internet bietet eine Menge neuer Gelegenheiten, ein Nebeneinkommen zu erzielen und ganz vorn steht das Phänomen Crowdworking – auch Wortgebilde wie Crowdsourcing, Crowdtesting, Mikrojobbing etc. fallen in diese Online-Arbeitskategorie.

Zwar dürfte der Einsatz von Crowdworking-Jobs im Vergleich zu den klassischen 450-Euro-Minijobs noch vergleichsweise verhalten erfolgen, dennoch ist diese Arbeitsform symptomatisch dafür, wie sich in Zukunft Geld verdienen lässt.

Schon seit geraumer Zeit berichten wir hier auf Nebenjob.de regelmäßig über diese noch relativ neue Form des Geldverdienens. Die Einsatzbereiche sind relativ breit gesteckt, denn im Grunde kommt jede Arbeit, die mit dem PC erledigt werden kann, theoretisch für einen Crowdworking-Job in Betracht: Texterstellung oder Textüberprüfung, Kategorisierung von Daten, Sortierung von Bildern, Recherche von Informationen, Testen von Webseiten, Software oder Apps, Durchführung und Protokollierung von Mystery-Checks mit Hilfe seines Smartphones – sogar anspruchsvollere Aufgaben wie Programmierungen, Brainstormings oder Designentwicklungen sind schon auf Crowdworking-Plattformen ausgeschrieben worden.

Entsprechend haben wir bereits diverse Interviews mit den Betreibern dieser Plattformen sowie mit den verschiedenen Crowdworkern durchgeführt, wir haben Aufträge in der Praxis getestet und anschließend bewertet und haben 2015 sogar einen Mikrojob-Cup ausgeschrieben. Crowdworking hat bereits einen festen Platz neben den klassischen Minijobs, Studentenjobs oder Ferienjobs gefunden.

Und je populärer das Ganze wird und je mehr Crowdworker unterwegs sind, desto mehr Fragen gehen in unserer Redaktion ein. In diesem Artikel haben wir die neun wichtigsten und meist gestellten Fragen zusammengefasst und eine Antwort darauf gegeben.

Darf ich verschiedene Mikrojobs und Crowdworking-Jobs gleichzeitig übernehmen, also parallel für verschiedene Plattformen arbeiten?

Ja, das dürfen Sie – und bestenfalls machen Sie das auch. Denn je mehr verschiedene "Quellen" Sie für Ihre Jobs haben, also je mehr Auftraggeber, mit denen Sie Geld verdienen, desto flexibler, abwechslungsreicher und selbstbestimmter können Sie arbeiten.

Info Als Crowdworker sind Sie kein Angestellter in einem Unternehmen und müssen keine Rücksicht darauf nehmen, wenn Sie gegebenenfalls für konkurrierende Unternehmen tätig werden.

Muss ich ein Gewerbe anmelden, wenn ich mit Mikrojob-Apps oder auf Crowdworking-Plattformen Geld verdienen möchte?

Wie gerade gesagt: Als Crowdworker bzw. Mikrojobber arbeiten Sie nicht im Angestelltenverhältnis. Sobald Sie mit Ihrer Tätigkeit dauerhaft die Absicht verfolgen, Einnahmen zu erzielen, erscheint es plausibel, dass Sie ein Gewerbe betreiben.

Insbesondere, wenn Sie sich auf mehreren verschiedenen Plattformen betätigen und damit regelmäßig im mehrstelligen Bereich verdienen, sollten Sie Ihren Nebenjob professionell angehen und hierfür ein Gewerbe anmelden (unter Umständen kommt auch eine Anmeldung als Freiberufler in Frage).

Andersherum: Wenn dagegen das, was Sie verdienen, auf einem beständig minimalen Niveau liegt, könnte es von offizieller Seite auch durchaus nachvollziehbar sein, dass Sie ihre Aktivitäten quasi als Freizeitbeschäftigung und nicht gewerblich ausüben.

Detaillierte Infos zur Gewerbeanmeldung lesen Sie im Artikel Für den Nebenjob ein Gewerbe anmelden: Das müssen Sie wissen

Muss ich den Verdienst, den ich mit Mikrojobs oder anderen Crowdworking-Jobs erziele, in meiner Steuererklärung angeben

Wer Einkünfte erzielt, muss diese auch versteuern – vorausgesetzt, dass die Gesamteinkünfte über dem steuerlichen Grundfreibetrag liegen. Im Jahr 2017 liegt dieser für Ledige bei 8.820 Euro; für Verheiratete fällt der Grundfreibetrag mit 17.640 Euro doppelt so hoch aus.

Da Sie nicht als Arbeitnehmer, sondern als selbstständiger Nebenjobber Geld verdienen, wird Ihr Gewinn versteuert. Das heißt, dass Sie von Ihren Einnahmen als Crowdworker Ihre betrieblichen Ausgaben abziehen. Die Abrechnung erfolgt in der Regel in Form einer Einnahmenüberschussrechnung.

Wenn Sie mit all Ihren selbstständigen nebenberuflichen Tätigkeiten zusammengerechnet nicht mehr als 410 Euro im Jahr verdient haben, kommt der so genannte Härteausgleich zur Anwendung: Ihr Nebeneinkommen bleibt steuerfrei, auch wenn Ihr Gesamteinkommen über dem Grundfreibetrag liegen sollte.

Im Artikel Im Nebenjob ohne Arbeitgeber Geld verdienen: Das müssen Sie wissen erfahren Sie viel Wissenswertes rund um das Thema Gewerbe, Steuern und Versicherung.

Warum kann ich beim Crowdworking nicht, wie bei Minijobs, 450 Euro im Monat steuerfrei verdienen?

Weil Sie als selbstständiger Crowdworker oder Mikrojobber nicht als angestellter Minijobber auf 450-Euro-Basis arbeiten.

Ein 450-Euro-Minijob ist eine ganz besondere Beschäftigungsform für angestellte Nebenjobber, denn diese werden in der Regel mit 2 Prozent versteuert und werden dann weder in der Einkommensteuererklärung angegeben und noch wird das Einkommen weiter besteuert.

Muss ich als Crowdworker auf das verdiente Geld Sozialabgaben bezahlen?

Als Crowdworker sind Sie nicht sozialversicherungspflichtig, denn Sie verdienen Ihr Geld nicht als Angestellter, sondern als selbstständiger Auftragnehmer. Auf Ihre Einkünfte werden also keine Beiträge zur Krankenversicherung, Rentenversicherung oder Arbeitslosenversicherung fällig.

Besteht eine Verpflichtung für mich zu arbeiten, nachdem ich mich als Crowdworker oder als Mikrojobber auf den verschiedenen Plattformen angemeldet habe?

Als Crowdworker sind Sie Ihr eigener Chef und können selbst darüber entscheiden, wie, wann und in welchem Umfang Sie arbeiten möchten. Crowdworker arbeiten projektbezogen: Sie nehmen einen Auftrag an, wickeln ihn entsprechend der Ausschreibung und innerhalb der vorgegebenen Zeit ab und erhalten im Gegenzug die vereinbarte Bezahlung.

Wenn Sie also einmal keine Lust haben zu arbeiten, müssen Sie einfach nur eines machen: Nichts tun und keinen Finger krumm machen. Sie müssen niemandem Rede und Antwort stehen, ob und wie viel Sie arbeiten und schon gar nicht eine Erlaubnis einholen.

Wenn Sie möchten, können Sie zudem selbstverständlich jeden Account, den Sie auf den Plattformen eingerichtet haben, jederzeit kündigen bzw. löschen.

Laufe ich als Crowdworker Gefahr, scheinselbstständig zu sein?

Diese Frage ist in der Tat nicht einfach zu beantworten. Früher oder später stellt sie sich jedoch für viele Crowdworker, die ein Gewerbe für ihren Nebenberuf angemeldet haben und regelmäßig Geld verdienen.

Im Grundsatz gilt als scheinselbstständig, wer entsprechend des Vertrages, den er als Crowdworker geschlossen hat, zwar selbstständige Dienstleistungen erbringt, faktisch aber eine nichtselbstständige Arbeit leistet. Bei der Thematik Scheinselbstständigkeit ist es äußerst schwierig, sich auf ein grundsätzliches Ja oder Nein festzulegen, denn die Beurteilung erfolgt immer für den konkreten Einzelfall. Die Einschätzung, ob scheinselbstständig gearbeitet wird oder nicht, erfolgt anhand gesetzlich vorgegebener Anhaltspunkte.

Leider lässt sich, insbesondere, weil der Bereich des Crowdworkings noch relativ jung ist, zurzeit kaum eine verlässliche Aussage treffen. Zumal in einigen Ländern bereits Gerichte darüber entscheiden, ob über Crowdworking-Plattformen tatsächlich Aufträge vermittelt werden oder ob nicht doch vielleicht die Vorgaben für die Auftragserfüllung zu spezifisch sind, um als selbstständige Tätigkeit eingestuft werden zu können.

Habe ich Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn von 8,84 Euro in der Stunde?

Nein. Anspruch auf den Mindestlohn haben nur Arbeitnehmer. Als Selbstständiger oder Freiberufler bleiben Sie beim Thema Mindestlohn außen vor. Sie müssen selbst darüber entscheiden, ob eine Bezahlung für Sie ausreichend ist.

Ich fahre in den Urlaub. Kann ich einfach so "wegbleiben"?

Wie gesagt: Sie sind zu keiner regelmäßigen Arbeitsleistung verpflichtet. Wenn Sie also eine Auszeit nehmen möchten, können Sie das ohne Ankündigung machen. Allerdings verdienen Sie, wenn Sie nicht arbeiten, auch kein Geld – bezahlter Urlaub ist ein ausschließliches Arbeitnehmerrecht.

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