E-Sport als Nebenjob

E-Sport als Nebenjob
Foto: © Mikael Damkier - Fotolia.com

Vom Zeitvertreib zum Nebenverdienst: Geld verdienen als E-Sportler

Eines steht wohl fest: Kein Elternteil ist glücklich, wenn sein Kind ständig vor dem PC oder der Spielekonsole sitzt. Aber wenn der eigene Nachwuchs mit seinem Spiele-Hobby etwas Geld verdient, dann könnte das Ganze schon völlig anders aussehen.

Das liegt nicht zuletzt daran, dass sich in den letzten Jahren ein neuer Geschäftszweig in der Spielebranche gebildet hat: Immer mehr Menschen auf der ganzen Welt sehen Videospiele schon lange nicht mehr nur als Zeitvertreib (und schon gar nicht als Zeitverschwendung) an, sondern als richtigen Sport. Für diesen Sport „trainieren“ viele Spieler – oftmals sogar mehrere Stunden am Tag.

Die Rede ist von E-Sport. Auch die deutschen Jugendlichen finden immer mehr Interesse daran. Was in Deutschland Mitte der 1990er Jahre mit einem lockeren Zusammenschluss einiger leidenschaftlicher Zocker begann, ist heute ein fest etabliertes Ligensystem mit mehr als drei Millionen registrierten Spielern. Entsprechend gibt es vor allem unter den Computerspielbegeisterten viele Jugendliche, die nicht mehr unbedingt davon träumen, Fußballstar, Rennfahrer oder Astronaut zu werden, sondern sie eifern Idolen wie dem E-Sportler Marcus Hill aka "Dyrus" nach.

League of Legends und seine Spieler als größter Teil des E-Sports

Dyrus wurde vor einigen Jahren durch das Spiel "League of Legends" bekannt. In League of Legends bekämpfen sich zwei Teams mit jeweils fünf Spielern auf einem virtuellen Schlachtfeld. Das Ziel dabei ist, den gegnerischen "Nexus" zu zerstören und dadurch das Spiel für sich zu entscheiden. Aus diesen durchschnittlich rund 30 Minuten andauernden Schlachten besteht Dyrus‘ Berufsalltag. Er spielt League of Legends professionell bei seinem "Team Solo Mid" und ist einer der bekanntesten Pro Gamer der Welt. Wenn Dyrus seinen PC hochfährt um zu trainieren, lässt er seine Fans oft über Streaming-Websiten wie Twitch.tv zuschauen und generiert damit Zuschauerzahlen von über 50.000 Viewern.

League of Legends wurde 2009 veröffentlicht und ist seitdem DAS E-Sport Spiel Nummer 1. Die Ausmaße der League of Legends Turniere sind für Nicht-Computerspielbegeisterte kaum zu erahnen. Bei der dritten World Championship traten 14 Teams an, um die zwei Millionen Euro Preisgeld unter sich aufzuteilen. Dabei setzte sich das fünfköpfige Team SK Telekom T1 als Gewinner durch und konnte mit einer Million Euro mehr in den Taschen abreisen.

Im E-Sport sind solche Beträge mittlerweile keine Seltenheit mehr. Viele andere Spielehersteller setzen sich ebenfalls das Ziel, ihr Spiel „E-Sport Game Nummer 1“ nennen zu können. Aufgrund dessen ist es keine Seltenheit mehr, dass Turniere von den Herstellern mit mehreren Millionen Euro unterstützt werden - und auch für die Zukunft bietet der Markt noch ein enormes Wachstumspotential..

Muss ich bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um (zumindest im Nebenjob) E-Sportler zu werden?

Natürlich variieren die Fähigkeiten die man mitbringen muss, um erfolgreicher Progamer zu werden, von Spiel zu Spiel. In Einzelspielen wird oft sehr gute Hand-Augen-Koordination und Reaktionsgeschwindigkeit gefordert. Bei Teamspielen ist auch die Fähigkeit für das Zusammenspiel mit seinen Teammitgliedern wichtig.

Generell lässt sich sagen, dass Sie ein weitreichendes Spielverständnis brauchen, um Ihr Spiel auf einer professionellen Ebene spielen zu können. Außerdem spielt im E-Sport (wie in allen anderen Sportarten auch) die Motivation für den eigenen Fortschritt eine wichtige Rolle. Durch die richtige Portion Ehrgeiz kommt die Motivation von ganz allein.

Eine bestimmte Ausrüstung benötigen Sie nicht. Zwar versprechen viele Equipment-Hersteller, dass ihre Ausrüstung entscheidende Vorteile liefert. Wer aber letztlich das Spiel gewinnt, hängt nicht von der Tastatur oder Maus ab, mit der Sie spielen.

Ein nicht zu unterschätzender Vorteil sind gute Englischkenntnisse, da E-Sport ein sehr internationaler Sport ist.

Was Sie auf jeden Fall beachten sollten, wenn Sie noch zur Schule gehen: Die Schule geht immer vor! Zeit, die eigentlich für die Hausaufgaben oder fürs Lernen gedacht ist, sollte auf keinen Fall fürs Trainieren geopfert werden. Denn so kurzlebig wie viele Spiele sind auch die meisten Spielerkarrieren – ab Mitte 20 ist aufgrund der abnehmenden Reaktionsfähigkeit meistens Schluss mit dem Geld verdienen als professioneller E-Sportler. Dann beginnt der Ernst des „Offline-Lebens“ – und darauf kann man sich vor allem mit einem guten Schulabschluss gut vorbereiten.

Wie viel Training am Tag ist nötig und wie kann ich mich noch weiter verbessern?

Um mit einem „Nebenjob“ im E-Sport ein wenig Geld zu verdienen, müssen Sie nicht unbedingt mehrere Stunden am Tag trainieren. Selbst die "Pro's", also Progamer, die jährlich sechsstellige Beträge verdienen, trainieren teilweise nur zwei bis drei Stunden am Tag.

Solange Sie ein gutes Spielverständnis haben und sich von der großen Masse der Spieler absetzen können, reicht dies mit etwas Glück schon für einen kleinen Nebenverdienst. Mit wie viel Training Sie dieses Spielverständnis erreichen, müssen Sie für sich selbst herausfinden. Unentbehrlich ist, dass Sie den Spaß am Spiel behalten, um motiviert dabei zu bleiben.

Der erste Tipp, um Ihre Fertigkeiten als Computerspieler zu verbessern ist natürlich, dass Sie möglichst viel spielen sollten. Denn auch im E-Sport gilt das alte Sprichwort: Übung macht den Meister. Doch kontinuierliches Training ist nicht der alleinige Schlüssel zum Erfolg. Hier drei weitere Tipps, wie Sie sich außerdem schnell und gezielt verbessern können:

Tipp 1: Replays anschauenNehmen Sie sich nach jedem Spiel, das Sie gespielt haben, fünf Minuten Zeit und schauen sich das Replay im Schnelldurchlauf an. Achten Sie dabei gezielt auf Fehler, die Sie gemacht haben. Das mag jetzt vielleicht banal klingen, aber allein das Anschauen und Beobachten der eigenen Fehler wird Ihnen dazu verhelfen, diese Ausrutscher in den nächsten Spielen automatisch zu vermeiden.

Tipp 2: Streams schauenWer sich Streams der Profis anschaut, entdeckt häufig Dinge, auf die man allein gar nicht gekommen wäre. Ob es sich um neue Strategien oder mechanische Tipps handelt: Sie lernen, während Sie zuschauen und erweitern so Ihr Spielverständnis. Vor allem in MOBA Spielen (Multiplayer Online Battle Arena) und RTS Spielen (also Echtzeit-Strategiespielen) von entscheidender Wichtigkeit ist.

Tipp 3: Nehmen Sie auch Auszeiten vom ZockenEin Tipp, den auch viele professionelle Spieler geben: Gönnen Sie sich Pausen. Wer über mehrere Wochen täglich krampfhaft dasselbe Spiel spielt, verliert die Motivation und verschlechtert sich, obwohl doch eigentlich genau das Gegenteil erreicht werden sollte. Nehmen Sie sich einfach einmal nur eine Woche Auszeit und spielen Sie anderes Spiel – so steigt die Lust auf das eigentliche Spiel wieder und Sie können dem Trainieren wieder mehr Spaß abgewinnen.

Die Disziplinen im E-Sport

Das Potential zum E-Sport-Spiel hat so ziemlich jedes Spiel, bei dem man sich mit anderen Spielern messen kann. Am stärksten vertreten sind allerdings die Ego-Shooter, Echtzeitstrategiespiele und Sportsimulationen. Die momentan populärsten Spiele des E-Sport sind League of Legends, Dota 2, Counter Strike und Starcraft 2. Alle Spiele haben individuell große und voneinander unabhängige Communities, zwischen denen oftmals ein hoher Konkurrenzdruck besteht.

Wenn Sie wissen möchten, ob sich mit „Ihrem“ Spiel momentan im E-Sport Geld verdienen lässt, schauen Sie auf esl.eu/de nach. Dort sind unter der Kategorie "Pro Gaming" alle E-Sport Spiele aufgelistet, bei denen um Geld gespielt wird.

Wie können Sie als Amateur in den E-Sport einsteigen?

Es gibt weltweit sehr viele gute Spieler, die durchaus das Potential hätten, in Turnieren kleinere Beträge zu verdienen, die es aber nicht probieren. Meist liegt dieses Nicht-Ausprobieren schlicht daran, dass all diese Spieler gar nicht wissen, dass sie mit ihrem Talent Geld verdienen könnten.

Die Electronic Sports League (ESL) richtet fast täglich kleinere Turniere aus, bei denen die Teilnehmerzahlen nicht besonders groß sind (oft nur im zweistelligen Bereich), die Preisgelder aber zwischen 50 bis 300 Euro rangieren und damit verhältnismäßig hoch sind. Ein Großteil der Teilnehmer an diesen Turnieren ist (wahrscheinlich genauso wie Sie) kein professioneller Spieler und spielt das Spiel „Just for Fun“. Die Registrierung für die Spieler ist komplett kostenlos - das Einzige, was Sie dabei verlieren könnten, ist etwas Zeit.

Wenn Sie also Lust dazu haben, sich einmal mit anderen Spielern zu messen und dabei vielleicht sogar etwas Geld zu verdienen, können Sie einen Blick auf die Webseite der ESL werfen. Dort schauen Sie unter der Rubrik Pro Gaming in die Go4 Reihe, hier werden vor allem für Amateure täglich viele Turniere um mehrere Hundert Euro veranstaltet, bei denen die Chance auf einen Gewinn gar nicht so gering ist.

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