Der Praxistest

Anonyme Unternehmen, Infobänder und Broschüren
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Anonyme Unternehmen, Infobänder und Broschüren

Es gibt sie zuhauf: Anzeigen, die in erster Linie erst einmal darauf abzielen, in höchstem Maße Ihr Interesse zu wecken.

Es ist die Rede von "hohen Verdienstmöglichkeiten", "geringem Arbeitsaufwand", "freier Zeiteinteilung", "Spaß an der Arbeit", "von zu Hause aus einen Spitzenverdienst erzielen zu können" usw.. Wohlüberlegte Sätze, die Sie erst einmal dazu verleiten sollen, zum Telefonhörer zu greifen.

Um welches Unternehmen es sich handelt, ist aus diesen Anzeigen meist nicht zu entnehmen.

Eine nicht neue, aber immer einmal wieder praktizierte Masche sind Anzeigen mit Telefonnummern, hinter denen sogenannte Infobänder laufen. Im Gegensatz zu den teuren 0900-Nummern wird hier mit ganz anderen Methoden gearbeitet. Solche Anzeigen wecken natürlich auch unser Interesse. Also beschlossen wir, bei einer dieser besagten Nummern einmal anzurufen.

Ein freundliche Stimme vom Band bedankte sich erst einmal für unseren Anruf. Und dann kam genau das, was vielleicht schon auch Sie aus Dutzenden von Anzeigen kennen.

Das Infoband informierte uns zwar darüber, dass dies unsere "persönliche Chance zum Erfolg" sei und dass wir es mit einem "weltweit vertretenen Erfolgskonzept" zu tun haben. Wir wurden darauf hingewiesen, dass "jeder erfolgreich werden kann", natürlich auch wir. Nach ähnlichen Sätzen wie diesen wurden wir freundlich aufgefordert, unseren Namen und Adresse zu hinterlassen, damit uns eine erste Informationsbroschüre zugesendet werden könne. Aber um welches Unternehmen es sich handelt, das bereits seit Jahren schon so erfolgreich am Markt ist, wurde uns auch auf dem Infoband noch nicht verraten...

Bereits nach wenigen Tagen erhielten wir unsere Infobroschüre. Um es kurz zu machen: Auch diese Infobroschüre klärte uns darüber auf, dass wir schnell erfolgreich werden können. Im beiliegenden Anschreiben wurde uns zwar ein Ansprechpartner genannt, aber um welches Unternehmen es sich handelte, wurde uns auch hier noch nicht verraten.

Aber etwas anderes wurde uns verraten: Nämlich eine Telefonnummer, unter der wir anrufen könnten, wenn auch wir den "Wunsch nach persönlicher und finanzieller Unabhängigkeit" hätten.

Jetzt wollten wir es genau wissen und riefen auch bei dieser Rufnummer einmal an. Wieder einmal gerieten wir an ein Infoband, wo uns erklärt wurde, dass dies unsere persönliche Chance zum Erfolg sei. Auch wir würden erkennen, dass jede Person, ganz gleich, mit welchem sozialen oder auch beruflichen Hintergrund, erfolgreich werden könne. Nach diesen und ähnlichen Sätzen wurde uns auf dem Infoband erklärt, dass uns weitere schriftliche Unterlagen und eine Video- und eine Audiokassette für weitere Informationen und ein "besseres Kennenlernen" zugesendet würden.

Für die gesamten Unterlagen sollten wir eine "kleine, einmalige Gebühr" bezahlen, die per Nachnahme erhoben werden sollte.

Sollten wir mit dem angeforderten Material aus irgend einem Grund nicht zufrieden sein, hätten wir die Möglichkeit, die kompletten Unterlagen, selbstverständlich in "einwandfreiem Zustand", zurück zu senden. Von einer 30-Tage-Geld-zurück-Garantie war die Rede, woraufhin uns unser Geld zurück erstattet werden sollte, allerdings würden die angefallenen Portokosten einbehalten.

Auf dem Infoband wurden wir weiterhin darüber unterrichtet, dass wir also überhaupt kein Risiko hätten und dass selbstverständlich ein solcher "Selektionsprozess" stattfinden müsse, um überhaupt die ernsthaft interessierten Personen, nämlich diejenigen, die tatsächlich nach einer finanziellen Chance suchen, heraus zu filtern.

Man werde sich freuen, schon sehr bald persönlich mit uns zu sprechen. Jedoch natürlich erst dann, nachdem wir unser Infopaket durchgearbeitet hätten. Nach diesem Gespräch sollten wir dann – dieses Mal völlig kostenlos – ein weiteres Infopaket erhalten. Zu guter Letzt wurden wir darüber unterrichtet, dass wir doch diesen kleinen Schritt in eine möglicherweise große Zukunft wagen sollten und man schloss mit dem Satz: "Sie haben nichts zu verlieren".

Wir sind der Meinung, dass es sehr wohl etwas zu verlieren gibt: Nämlich mindestens die Portogebühr, Zeit, Nerven und das Vertrauen in solcherlei Stellenanzeigen.

Zusammenfassend

Dieses Unternehmen gab sich nicht in der geschalteten Stellenanzeige bekannt. Es gab sich wiederum auch nicht auf unseren Anruf hin auf dem Infoband zu erkennen.

In der Informationsbroschüre, die wir uns daraufhin zusenden ließen, war das Unternehmen ebenfalls noch nicht bereit, seine Identität preiszugeben – im beiliegenden Anschreiben wurde lediglich der Name eines Ansprechpartners genannt.

Unter der Telefonnummer des Ansprechpartners, die unbedingt angerufen werden sollte, lief wiederum lediglich ein Infoband – es wurde uns aber immer noch nicht verraten, um welches Unternehmen es sich handelt.

Wir wissen zwar nicht, was Unternehmen dazu veranlasst, so lange mit ihrem Unternehmensnamen hinterm Berg zu halten, wir sind jedoch der Meinung, dass jeder für sich allein darüber entscheiden muss, ob er zum Erhalt einfacher Informationen derart in Vorkasse zu treten will.

Wir taten es jedenfalls nicht...

Allerdings möchten wir anmerken, dass wir auf anderem Weg erfahren haben, um welches Unternehmen es sich gehandelt hat.

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